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Puma wurde in Griechenland über den Tisch gezogen

Der Sportartikel-Hersteller ist offenbar das Opfer eines Millionen-Betrugs geworden. Zwei griechischen Puma-Partner sollen jahrelang Gelder in der Höhe von über 100 Millionen Euro veruntreut haben.

Puma ist Betrügern in die Falle gegangen: Der Hauptsitz im deutschen Herzogenaurach.
Puma ist Betrügern in die Falle gegangen: Der Hauptsitz im deutschen Herzogenaurach.
Keystone

Einer der griechischen Puma-Partner, Giorgos Glou, sagte Reportern in Athen, er habe nichts von der Erklärung des Herstellers gewusst und könne aus diesem Grund nichts dazu sagen. Der Puma-Sprecher in Herzogenaurach sagte, die Geschäftsführer von Puma Hellas seien sofort entlassen, die Positionen umgehend neu besetzt worden. «Dieser Bericht hat dazu geführt, das wir handeln mussten.»

Der fränkische Sportartikelhersteller hatte in dem Gemeinschaftsunternehmen nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2005 mit den beiden Brüdern Glou zusammengearbeitet. Das Mutterunternehmen sei an PUMA Hellas zu 70 Prozent, die beiden Brüder Glou jeweils zu 15 Prozent beteiligt. Die Firma in Griechenland hatte im vergangenen Jahr Verluste in Höhe von 15,8 Millionen Euro verzeichnet. Der Umsatz war um 12,8 Millionen gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.

15-Millionen-Abschreiber im laufenden Geschäftsjahr

Zur genauen Schadenshöhe äusserte sich der Puma-Sprecher nicht. Er sprach von nachträglichen Abschreibungen vor Steuern für 2009 von rund 115 Millionen Euro. Das Geschäftsjahr 2010 werde mit rund 15 Millionen Euro belastet. Die inzwischen eingeleitete Restrukturierung von Puma-Griechenland schlage mit weiteren 15 Millionen Euro zu Buche.

Mit dem Austausch der Führungsspitze bei Puma Hellas seien weitere Unregelmässigkeiten gestoppt und ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen mit einer umfassenden Sonderprüfung beauftragt worden. Ein Rechtsanwaltsbüro untersuche inzwischen die juristische Dimension des Falles.

Wegen der «Unregelmässigkeiten» und der allgemeinen Marktsituation in Griechenland sei ein Neuaufbau der Vertriebsinfrastruktur erforderlich, kündigte das Unternehmen in einer Mitteilung an. Gegen die in Veruntreuungsverdacht geratenen Manager will das Puma-Mutterunternehmen nach einem Beschluss des Verwaltungsrats mit allen zivil- und strafrechtlichen Mitteln vorgehen.

SDA/pbe

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