Zum Hauptinhalt springen

Raiffeisen zahlte 155 Millionen Franken für Wegelin-Kundenportfolio

Im Rahmen einer Telefonkonferenz hat sich Pierin Vincenz zum Kauf von Teilen der Bank Wegelin geäussert.

Offenbar ist für den Grossteil der ältesten Schweizer Bank deutlich weniger Geld geflossen als zunächst angenommen: Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz in St. Gallen. (11. März 2011)
Offenbar ist für den Grossteil der ältesten Schweizer Bank deutlich weniger Geld geflossen als zunächst angenommen: Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz in St. Gallen. (11. März 2011)
Keystone

Rund 21 Milliarden Franken an verwalteten Kundenvermögen hat Raiffeisen mit dem Kauf des grössten Teils von Wegelin Anfang Jahr übernommen. Dafür habe man einen Preis von 0,75 Prozent bezahlt, was rund 155 Millionen Franken ausmache, wie Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz an einer Telefonkonferenz sagte. Wie ein Sprecher auf Anfrage von Redaktion Tamedia ausführt, kam dazu noch ein weiterer Betrag, welcher der Substanz der Unternehmung (Eigenkapital usw.) entspricht. Wie hoch der Gesamtbetrag zu stehen kam, wollte der Sprecher nicht sagen. «Das haben wir noch nicht kommuniziert.»

Im Frühling war man von einem Kaufpreis von 500 bis 600 Millionen Franken ausgegangen. Wegelin zerbrach im Januar unter dem Druck der US-Steuerbehörden, die dem geschichtsträchtigen Institut Beihilfe zur Steuerhinterziehung von Amerikanern vorgeworfen hatten. Das ausseramerikanische Geschäft kaufte die Raiffeisen-Gruppe, die das Institut in «Bank Notenstein» umbenannte.

Mit Notenstein habe die Gruppe Vermögenswerte und Substanz gekauft, sagte Vincenz. Der Abfluss von Kundengeldern von rund 1 Milliarde Franken «aus diversen Gründen» bei Notenstein habe im Juni gestoppt werden können.

Reicht das Geld für die US-Busse?

Brisant ist die Frage des Verkaufspreises der Bank Wegelin insbesondere für deren ehemaligen geschäftsführenden Teilhaber, Konrad Hummler. Er steht in den USA vor Gericht und wird wahrscheinlich eine Busse bezahlen müssen.

Wie hoch eine mögliche Strafzahlung ausfällt, ist ungewiss. Gegenüber der «Berner Zeitung» (Artikel online nicht verfügbar) wagten im Februar auch Rechtsexperten keine Vorhersage. Gemäss «SonntagsBlick» habe die Restbank Wegelin, die sich um die Abwicklung der US-Kunden kümmert, «mehrere Dutzend Millionen Dollar» für die voraussichtliche Busse bereitgestellt.

Einen Hinweis auf die Höhe der Busse könnte der Fall UBS liefern. Im Staatsvertrag, den Bern mit Washington schloss, wurde die Schweizer Grossbank zur Zahlung von 780 Millionen Franken und der Lieferung von Daten zu 4450 Kunden verpflichtet. In der Klageschrift gegen Wegelin ist die Rede von mindestens 70 amerikanischen Kunden, welche die älteste Schweizer Bank von der UBS übernommen haben soll.

0,75 Prozent der verwalteten Vermögen

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch