Raiffeisen-Präsident tritt per sofort zurück

Nach dem Eklat um Pierin Vincenz: An der Spitze des Verwaltungsrates von Raiffeisen Schweiz kommt es zu einem Wechsel.

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Der amtierende Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz, Johannes Rüegg-Stürm, legt sein Amt per sofort nieder. Pascal Gantenbein wird den Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz interimistisch führen. Dies teilte das Unternehmen in einem Schreiben mit.

Rüegg-Stürms Rücktritt steht im Zusammenhang mit dem Strafverfahren gegen den ehemaligen CEO Pierin Vincenz sowie des noch immer laufenden FINMA-Verfahrens gegen Raiffeisen Schweiz. Mit dieser Massnahme versucht das Unternehmen, «die Glaubwürdigkeit von Raiffeisen Schweiz langfristig zu erhalten», wie es in der Mitteilung heisst. «Dieser Schritt ermöglicht, dass eine unbelastete Persönlichkeit diese Aufgabe übernehmen kann».

Massiv unter Druck geraten

Über den Rücktritt war seit Tagen spekuliert worden. Zuerst wies Rüegg-Stürm alle Rücktritts-Absichten von sich. Mitte dieser Woche bestätigten jedoch mehrere Quellen des «Tages-Anzeigers», dass der Verwaltungsratspräsident an der Delegierteversammlung am 16. Juni nicht mehr antreten werde. Rüegg-Stürm sass seit 2008 im Raiffeisen-Verwaltungsrat Seit 2011 amtierte er als Präsident.

Rüegg-Stürm und Raiffeisen-CEO Patrik Gisel standen wegen der Affäre um Pierin Vincenz massiv unter Druck. Der langjährige Raiffeisen-Chef Vincenz war am Dienstag vor einer Woche verhaftet worden. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Rüegg-Stürm bekleidete bei Raiffeisen ein 50-Prozent-Amt. Der 56-Jährige arbeitet zudem an der Hochschule St. Gallen als Direktor des Instituts für Systemisches Management und Public Governance.

(chi)

Erstellt: 08.03.2018, 19:26 Uhr

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