Zum Hauptinhalt springen

«Regulierungen nehmen perverse Züge an»

Die neuen Bankvorschriften seinen unverhältnismässig, klagen die Kantonalbanken. Die Prozesse würden verlangsamt und der Kunde stärker zur Kasse gebeten.

«Inlandorientierte Banken drohen aus dem Markt gedrängt zu werden»: VSKB-Präsident Urs Müller
«Inlandorientierte Banken drohen aus dem Markt gedrängt zu werden»: VSKB-Präsident Urs Müller
Keystone

Die 24 Kantonalbanken in der Schweiz klagen über einen zu hohen Regulierungsdruck. Nicht nur die Staatsinstitute selbst, sondern auch die Kunden müssten in der Folge neuer Vorschriften mit höheren Kosten leben.

Die Kantonalbanken fühlen sich seit längerem durch die strengeren Bedingungen für das Bankgeschäft, die sich aus ihrer Sicht zu sehr an den Grossbanken orientieren, ungerecht behandelt. Die Abgeltungsabkommen mit Grossbritannien und Österreich, die verschärften Kapitalvorschriften, die strengen Auflagen der USA oder das redivierte Kollektivanlagengesetz kosten die Banken viel Geld.

«Die Ironie der Finanzkrise besteht darin, dass eine krisengetriebene internationale Regulierung zunehmend inlandorientierte Banken beeinträchtigt und aus dem Markt zu drängen droht, die mit der Entstehung der weltweiten Finanzkrise wenig bis nichts zu tun hatten», sagte der Präsident des Verbandes Schweizerischer Kantonalbanken VSKB, Urs Müller, heute in Zürich.

«Perverse Züge»

Die Kantonalbanken fordern eine Regulierung, die das notwendige abdeckt, aber ihrer Meinung nach nicht über das Ziel hinausschiesst. Die heutigen Regulierungen, die sich zum Teil einseitig am Ausland orientierten, seinen «unverhältnismässig» und trügen geradezu «perverse» Züge, sagte Müller.

VSKB-Direktor Hanspeter Hess forderte ein System von Prinzipien und nicht eine bis ins Detail reichende Bestimmungsflut. Die Regulierung dürfe nicht zu einer Uniformierung des Angebots führen, sagte er.

Zu der Verwicklung der Kantonalbanken von Zürich und Basel in den US-Steuerstreit sagte Hess: «Wir sagen nicht, dass die Kantonalbanken besser oder anders sind.» Es brauchte aber eine Regulierung, die für kleine und grosse Banken sinnvoll sei.

Langsamere Prozesse

Die Kosten betreffen auch die Bankkunden, vor allem kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) in der Schweiz. Für 31 Prozent der Schweizer KMU sei eine Kantonalbank die Hauptbank und der wichtigste Ansprechpartner in Finanzfragen, hält der VSKB fest. Die Grossbanken kommen gemäss derselben Erhebung auf 26 Prozent.

«Die Bankregulierung führt tendenziell zu teureren Leistungen für unsere Kunden, die selber schon unter einem zunehmenden Regulierungsdruck stehen», sagte Beat Hodel, der das Firmenkundengeschäft der Luzerner Kantonalbank leitet.

Auch interne Prozesse im Kundengeschäft würden verlangsamt. Die Kunden hätten Mühe damit, wenn sie wochenlang auf Entscheidungen warten müssten.

SDA/kle

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch