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Reiche kaufen keine Aktien – Vontobel leidet

Obwohl die Bank Vontobel deutlich an Kundengeldern zulegen konnte, brach ihr Handelsgeschäft um fast 30 Prozent ein. An der Börse legt der Kurs der Vontobel-Aktie deutlich zu.

Zieht weiter Kundenvermögen an: Sitz der Bank Vontobel in Zürich. (Archivbild)
Zieht weiter Kundenvermögen an: Sitz der Bank Vontobel in Zürich. (Archivbild)
Keystone

Der Gewinn der Vermögensverwaltungsgruppe Vontobel ist im ersten Halbjahr 2012 zurückgegangen. Nachdem die Bank im Vorjahr 78,1 Millionen Franken verdient hatte, kann sie für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres noch 66,6 Millionen Franken Gewinn ausweisen.

Der Ertrag habe unter den schwierigen Bedingungen an den Finanzmärkten gelitten, teilte Vontobel mit. Im Handelsgeschäft brach der Erfolg um 27 Prozent ein, während sich die Einnahmen im Zins- und im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft etwas verbesserten. Damit hielt sich Vontobel besser als erwartet.

Der Betriebsertrag fiel gesamthaft bei gesenkten Sach- und Personalaufwand um 6 Prozent auf 390,1 Millionen Franken. Wie andere Vermögensverwalter beschäftigt Vontobel derzeit, dass sich die Kundschaft bei Wertpapiergeschäften aus Angst vor Krisenverlusten zurückhält. Die Bank verdient weniger mit. Vontobel betreut sowohl reiche Privatkunden als auch institutionelle Anleger.

Starker Neugeldzufluss

Dafür gelingt es der Bank trotz Debatten um den Finanzplatz Schweiz und der Steuerdiskussion mit dem Ausland, Kundengelder anziehen. Zwischen Januar und Juni nahm das Zürcher Traditionshaus unter dem Strich 5,3 Milliarden Franken entgegen. In der Vorjahresperiode waren es 3,4 Milliarden Franken gewesen.

Die Kundenvermögen, die Vontobel verwaltet, stiegen dank des Zuflusses im ersten Halbjahr von 82,5 auf 90,5 Milliarden Franken. Insgesamt waren der Bank Ende Juni knapp 140 Milliarden Franken anvertraut. Bis 2014 soll die Summe nach den Vorstellungen der Bankführung 175 Milliarden Franken betragen.

Auf Expansionskurs

Vontobel will dann eine Milliarde Franken Betriebsertrag hereinholen. Wachsen will die Bank auch über Zukäufe. Dafür sind rund 600 Millionen Franken verfügbar, wie Konzernchef Zeno Staub sagte. Die Bank habe gewisse Vorstellungen, was die zukaufen wolle. Eine gewisse Diskretion erhöhe aber die Erfolgschancen, sagte Staub.

Vor einigen Wochen hatte Staub in einem Interview angetönt, dass im Zuge der Veränderungen im Schweizer Vermögensverwaltungsmarkt in den nächsten Jahren rund 100 Banken verschwinden könnten. Vontobel sei aber im Moment zu stark kapitalisiert, um zum Kreis der Krisenbanken zu gehören.

An der Börse legte der Kurs der Vontobel-Aktie deutlich zu. Gegen 10 Uhr notierte der Titel mit 20,10 Franken um 8,7 Prozent im Plus. Analysten erklärten, der Abschluss sei viel besser als erwartet

SDA/mrs

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