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Rekordhohe Zahl an Firmenpleiten

Die Finanzkrise und karge Kreditvergaben zeigen Wirkung: Der Oktober brachte der Schweiz so viele Firmenpleiten und Privatkonkurse wie nie zuvor.

mbr

Die Finanzkrise und ein Nachlassen der Kreditvergaben dürften in den kommenden Monaten den Trend zu Insolvenzen verstärken.

499 Firmenkonkurse weist die am Freitag publizierte Statistik auf, die monatlich von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform herausgegeben wird. Das ist ein bisheriger Höchstwert und 36,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch die Privatkonkurse mehren sich: 622 Privatpersonen waren von einem Konkursverfahren betroffen, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Kreditklemme droht

Laut Claude Federer, Generalsekretär von Creditreform, geht der Höchstwert zumindest teilweise auf eine statistische Ungenauigkeit zurück: Im Oktober gab es mehr Termine als in anderen Monaten, an denen Konkurse angemeldet werden konnten.

Dennoch zeichnet sich eine Trendwende ab. «In einem halben Jahr werden wir die ersten Vorboten der Finanzkrise sehen können», sagte Federer der Nachrichtenagentur SDA. Mangelnde Liquidität aufgrund einer sich verstärkenden Kreditklemme würden Firmenpleiten tendenziell beschleunigen.

Mehr Firmenkonkurse als in der Vorjahresperiode zeichneten sich in der Ost- und Zentralschweiz sowie im Tessin ab. Mehr Privatkonkurse als im Vorjahr gab es in Zürich und in der Ostschweiz. Gesamthaft am besten steht Bern da, wo im Oktober die Firmen- und Privatkonkurse markant zurückgingen.

Rekordverdächtiges Gesamtjahr

Bei neu entstehenden Firmen flaute der Gründungseifer im Oktober merklich ab: Die Handelsregister verbuchten noch 3018 Neueintragungen, das sind 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Am Gesamtjahr gemessen herrscht dagegen weiter ein Gründungsboom bei Firmen: Zwischen Anfang Januar und Ende Oktober entstanden 30'812 Unternehmungen. Das sind 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr und gemäss Creditrefrom ein neuer Rekordwert.

Seit Anfang Jahr wurden 17'637 Firmen aus den Handelsregistern gelöscht, das sind 8,2 Prozent weniger als der Vergleichsperiode des vorigen Jahres. Gesamthaft weist die Statistik ein Nettowachstum von 13'175 Firmen seit Jahresbeginn aus. Das ist ein Plus von 20,7 Prozent gegenüber 2007.

Nettowachstum in allen Regionen

In allen Schweizer Regionen mit Ausnahme der Nordostschweiz übertreffen die Neueintragungen die Vorjahreszahlen. Wegen überdurchschnittlich vielen Löschungen hat die Zentralschweiz das tiefste Nettowachstum im Regionenvergleich.

(SDA)

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