Nachfrage nach teuren Uhren sinkt massiv

Der Verkauf von teurem Schmuck und Uhren ist rückläufig. Dies hat der Schweizer Uhren- und Schmuckkonzern Richemont massiv zu spüren bekommen.

Wegen sinkender Nachfrage ist es bereits 2016 bei Piaget und Vacheron Constantin zu einem Stellenabbau gekommen: Ein Uhrenmacher in der Werkstatt des Vacheron-Constantin-Hauptquartier in Plan-Les-Ouates GE. (Archiv)

Wegen sinkender Nachfrage ist es bereits 2016 bei Piaget und Vacheron Constantin zu einem Stellenabbau gekommen: Ein Uhrenmacher in der Werkstatt des Vacheron-Constantin-Hauptquartier in Plan-Les-Ouates GE. (Archiv) Bild: Sandro Campardo/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Luxusgüterkonzern Richemont hat im Geschäftsjahr 2016/17 unter der sinkenden Nachfrage nach Uhren und Schmuck gelitten. Sowohl der Umsatz wie der Gewinn reduzierten sich. Beim Ausblick zeigt sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch.

Richemont hat im März endende Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatz von 10,65 Milliarden Euro erzielt. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von 4 Prozent, wie Richemont heute mitteilte. Das Unternehmen hat dabei gemäss Mitteilung unter einer geringeren Nachfrage nach Uhren und teurem Schmuck gelitten. Im zweiten Halbjahr sei die Verkäufe in den USA und vor allem in China wieder gewachsen.

Mit eine Plus von 0 respektive 2 Prozent sind denn auch die Marktregionen Asien/Pazifik und Amerika die zwei Regionen, in denen Richemont zu konstanten Wechselkursen keinen Rückgang hinnehmen musste. In Japan (-12 Prozent), in Mittlere Osten und Afrika (-10 Prozent) und in Europa (-9 Prozent) dagegen waren die Verkäufe rückläufig.

Umfeld für Luxusgüterkonzern war zuletzt garstig

Auf die Einbrüche der Nachfrage bei den Uhren im Hochpreissegment reagierte Richemont im vergangenen Herbst mit einem Stellenabbau. Im November 2016 gab das Unternehmen den Abbau von rund 200 Stellen bekannt, nachdem es bereits zum Jahresanfang angekündigt hatte, bis zu 350 Stellen zu streichen. Betroffen waren primär die Uhrenmarken Piaget und Vacheron Constantin.

Beim Gewinn meldet Richemont einen Rückgang um 46 Prozent auf noch 1,2 Milliarden Franken. Dieser Gewinneinbruch ist jedoch auch das Resultat von Sonderfaktoren im Vorjahr. Damals hatte einen Fusion dem Unternehmen einen Buchgewinn von 539 Millionen Euro eingebracht.

Trotz dem Gewinnrückgang schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine Erhöhung der Dividende von 1.70 Franken auf 1.80 Franken pro Aktie vor. Gleichzeitig kündigt Richemont in einer weiteren Mitteilung ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Bis 2020 sollen insgesamt 10 Millionen Aktien, was 1,7 Prozent des Aktienkapitals entspricht, zurückgekauft werden.

Vorsichtiger Ausblick

Die Volatilität sowie die geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten würden anhalten, heisst es in der Mitteilung. Die Position des Unternehmens und die Konzentration auf nachhaltiges Wachstum eröffne jedoch der Gruppe langfristig exzellente Wachstumsaussichten. Konkrete Wachstumsziele gibt Richemont jedoch nicht an. (nag/sda)

Erstellt: 12.05.2017, 08:50 Uhr

Artikel zum Thema

Der Wearables-Hype ist am Ende – oder?

Google ist gescheitert, Jan Böhmermann verspottet die Apple Watch: Kaum jemand will smarte Uhren und Fitnesstracker tragen. Alle Hoffnungen ruhen auf einer Killer-Anwendung. Mehr...

«Wir sehen uns als Partner der Uhrenindustrie»

Interview David Singleton ist bei Google für smarte Uhren verantwortlich. Im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet erklärt er seine Strategie. Mehr...

Weniger Touristen – Swatch-Gewinn halbiert sich

Der Schweizer Uhrenproduzent Swatch verkaufte im vergangenen Jahr weniger Uhren und Schmuck. Der Gewinn schrumpfte auf 593 Millionen Franken. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen: Menschen in «Txatxus»-Kostümen nehmen am traditionellen ländlichen Karneval in Lantz, Nordspanien, teil. (24. Februar 2020)
(Bild: Villar Lopez) Mehr...