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Roche sucht Partner in Indien

Lokale Produktion statt Rückzug: Roche will in Indien andere Wege gehen als die in einem Patentstreit unterlegene Konkurrentin Novartis. Insbesondere dank Krebsmedikamenten ist Roche gut ins Jahr gestartet.

Setzte im ersten Quartal 11,6 Milliarden Franken um: Roche-Chef Severin Schwan in Basel.
Setzte im ersten Quartal 11,6 Milliarden Franken um: Roche-Chef Severin Schwan in Basel.
Keystone

Der Pharmakonzern Roche sucht in Indien nach Partnern. «Wir suchen in Indien nach einem Weg, den Zugang zu unseren Produkten zu vergrössern», sagte Daniel O'Day, verantwortlich für das Pharmageschäft des Konzerns.

Dies solle über die Preisstruktur erfolgen, sagte er an der Telefonkonferenz von heute weiter. Für die Herstellung könnte ein lokaler Partner gesucht werden. Der indische Markt rückt nach dem Patenturteil beim Konkurrenten Novartis in den Fokus von westlichen Pharmafirmen. Novartis ist im mehr als siebenjährigen Patentprozess um das Krebsmedikament Glivec unterlegen. Der oberster Gerichtshof verweigerte Novartis Anfang April den Patentschutz für Glivec auf dem indischen Markt.

Starkes Wachstum in Schwellenländern

Roche erzielt einen grossen Teil der Umsätze ebenfalls mit Krebsmedikamenten. In der Marktregion «International», zu welcher der indische Markt zählt, konnte die Pharmadivision insgesamt 11 Prozent zulegen. Zur Region zählen nebst Indien auch Brasilien, China, Indien, Mexiko, Russland, Südkorea und die Türkei. In China sei der Absatz um 20 Prozent gestiegen, sagten die Unternehmensverantwortlichen an der Telefonkonferenz weiter.

Insgesamt gibt sich das Management zuversichtlich, vor allem auch für die Entwicklung der Krebsmedikamente Avastin und Herceptin, die im ersten Quartal 2013 zu konstanten Wechselkursen um je 11 Prozent zugelegt haben.

Blockbuster Avastin

Daniel O'Day bestätigte an einer Telefonkonferenz zu den Umsatzzahlen vom Donnerstag die bisherige Spitzen-Umsatzschätzung für Avastin von 7 Milliarden Franken.

Konzernchef Severin Schwan zeigte sich zudem überzeugt, dass die Brustkrebs-Franchise dank Product-Life-Cycle-Management und neuer Medikamente auch nach dem Patentverfall für Herceptin weiter wachsen werde.

Die Nachfrage nach einem weiteren Umsatzträger im ersten Quartal – dem Grippemedikament Tamiflu – hat im Verlauf der Berichtsperiode bereits wieder etwas nachgelassen. «Die Tamiflu-Verkäufe sind im Februar abgebröckelt und im März nur noch marginal ausgefallen», so Schwan.

11,6 Milliarden Umsatz

Roche hat im ersten Quartal seinen Wachstumskurs fortsetzen können. Der Pharmamulti konnte seinen Umsatz im ersten Quartal um 5 Prozent auf 11,6 Milliarden Franken steigern. Zu konstanten Wechselkursen beträgt der Zuwachs 6 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Zu verdanken hat Roche das Wachstum in erster Linie dem Geschäft mit Medikamenten, auf das rund vier Fünftel des Umsatzes entfallen. Die Division Pharma legte um 6 Prozent auf 9,17 Milliarden Franken zu.

Krebsmedikamente und Tamiflu sorgen für Schub

Für Schub sorgten mit einem Umsatzplus von 10 Prozent namentlich die Krebsmedikamente. Auch das Grippemittel Tamiflu konnte dank einer schweren Grippesaison in den USA in den ersten drei Monaten markant zulegen: Die Verkäufe des einstigen Blockbusters stiegen um 84 Prozent auf 335 Millionen Franken. Inzwischen hat sich jedoch die Nachfrage nach Tamiflu wieder deutlich abgeschwächt.

Geographisch gesehen verzeichnete Roche das stärkste Wachstum in den USA. In seinem grössten Markt konnte der Basler Konzern mit seinen Medikamenten den Umsatz um 14 Prozent auf 3,9 Milliarden Franken steigern. In Europa betrug das Plus 2 Prozent (auf 2,3 Milliarden Franken).

Die Region «International», die unter anderem wichtige Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien oder Russland umfasst, entwickelte sich ebenfalls gut: Die Verkäufe stiegen dort um 7 Prozent auf 2,1 Milliarden Franken.

Diagnostics legen um 1 Prozent zu

Deutlich weniger stark als bei Pharma war das Wachstum von Januar bis März in der Division Diagnostics. Diese konnte um 1 Prozent auf 2,42 Milliarden Franken zulegen. Der grösste Geschäftsbereich Professional Diagnostics konnte dabei die Verkäufe um 5 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Franken steigern. Dagegen sank der Umsatz von Diabetes Care um 5 Prozent auf 539 Millionen Franken.

Konzernchef Severin Schwan ist mit dem ersten Quartal, das über den Erwartungen der Analysten lag, zufrieden. Roche sei «sehr gut» ins laufende Jahr gestartet, wird er im Communiqué zitiert. Für das Gesamtjahr rechnet Roche unverändert mit einem Verkaufszuwachs im Rahmen des Vorjahres zu konstanten Wechselkursen sowie mit einem überproportionalen Wachstum des Kerngewinns je Titel.

Die Anleger an der Schweizer Börse zeigten sich vom Quartalsergebnis wenig begeistert. Der Kurs der Roche-Aktie legte zunächst zu, gab dann aber nach und pendelte sich bis am frühen Nachmittag um den Schlusskurs des Vorabends ein. Der Gesamtmarkt, gemessen am Swiss Market Index (SMI), tendierte derweil 0,5 Prozent im Plus.

(SDA)

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