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Roche-Aktien sacken ab

Negativmeldung bei Tests mit Medikamenten gegen Brustkrebs und Alzheimer: Der Börsenwert des Pharmamulti vermindert sich heute um Milliarden.

Rückschlag für den Pharmamulti: Roch-Werk in Basel.
Rückschlag für den Pharmamulti: Roch-Werk in Basel.
Reuters

Der Pharmakonzern Roche muss schlechte Nachrichten vermelden: Gleich zwei Produktekandidaten haben in Phase-III-Studien enttäuscht. Es handelt sich um ein Medikament zur Therapie von Alzheimer und eines zur Behandlung von Brustkrebs.

An der Börse wurden die Roche-Papiere in der Folge im grossen Stil verkauft. Der Wert der Genussscheine sank bis Börsenschluss um 6,34 Prozent auf 270,40 Franken. Der Kurs der Novartis-Aktien stieg derweil um 1,03 Prozent, während der Gesamtmarkt gemessen am SMI 0,41 Prozent im Minus schloss.

Die Entwicklung des Alzheimer-Mittels Gantenerumab musste der Konzern abbrechen, wie er am Freitag mitteilte. Die Phase III-Studie Scarlet brachte nicht die erwarteten Resultate und sei auf Empfehlung des unabhängigen Gremiums zur Beurteilung der Studiendaten abgebrochen worden. Phase-III-Studien sind die letzten Tests für ein Medikament bevor die Zulassung bei den Gesundheitsbehörden beantragt wird.

Scarlet war die erste Phase III-Studie, in der ein Medikament für ein sehr frühes Stadium von Alzheimer geprüft wurde. Nach Ansicht von Analysten war das Alzheimer-Medikament eines der am weitesten fortgeschrittenen Projekte bei dem Unternehmen.

Nicht schlechter, aber auch nicht besser

Beim anderen Medikament handelt es sich um Kadcyla, vorgesehen für die Behandlung von Brustkrebs. Ihm wurden Milliarden-Umsätze zugetraut. Doch sind die erhofften Erfolge ausgeblieben. Das Medikament wirke nicht schlechter, aber auch nicht besser als andere Therapien, hiess es.

Dazu kommt Experten zufolge, dass eine Behandlung mit Kadcyla mit 90'000 Dollar pro Patientin und Jahr viel teurer wäre als eine Chemotherapie. Eine moderne Chemotherapie koste nur rund 5'000 bis 10'000 Dollar, sagte der zuständige Experte der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Daher dürfte die Therapiewahl zugunsten des alten Regimes ausfallen.

Da die Überlegenheit des Medikaments nicht nachgewiesen werden konnte, müsse das Umsatzpotenzial für Kadcyla von bisher fünf bis sieben Milliarden Franken um rund zwei bis drei Milliarden Franken reduziert werden, erklärten die ZKB-Analysten.

SDA

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