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Roche-Chef pfeift auf Steueroasen

Als Ausnahme unter den Wirtschaftsführern sticht Roche-Präsident Christoph Franz heraus: Er bezahlt seine Steuern in der Stadt Zürich.

Wirtschaftsführer mit vorbildlichem Image: Roche-Präsident Christoph Franz. (22. Januar 2014)
Wirtschaftsführer mit vorbildlichem Image: Roche-Präsident Christoph Franz. (22. Januar 2014)
Jean-Christophe Bott, Keystone

Neben Walter Kielholz, Verwaltungsratspräsident der Swiss Re, ist Roche-Präsident Christoph Franz einer der wenigen Wirtschaftsführer nationalen Ranges, die der Stadt Zürich nicht den Rücken gekehrt haben, um Steuern zu sparen. Im Interview der «Sonntagszeitung» sagt der Deutsche: «Natürlich würde ich mir wünschen, dass die Steuersätze in Zürich geringer wären. Aber für mich ist wichtiger, dass wir uns in der Stadt wohlfühlen.»

«Das Leben ist keine gelebte Steueroptimierung», sagt Franz weiter. «Wir finden die Nähe zum Zentrum wunderbar. Beispielsweise kann man sich in Zürich sehr gut mit dem öffentlichen Verkehr bewegen, womit meine Frau und ich nicht hauptberuflich zum Taxifahrer der Kinder werden.» Der Vater von fünf Kindern will sich nächstes Jahr einbürgern lassen.

Keine voreiligen Schlüsse

Franz warnt im Interview zudem vor Spekulationen über den Ausgang der Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU um die Personenfreizügigkeit. Eine Einigung sei wahrscheinlicher, wenn die Gespräche in Ruhe verlaufen können.

Es sei wohl allen bewusst, dass der Spielraum eng sei. «Aber wir sollten in der Schweiz vorsichtig sein, diese Verhandlungen schon jetzt zu torpedieren.» Die Möglichkeit zu einer Einigung zu kommen, sei grösser, wenn die Verhandlungen nicht in der Öffentlichkeit vorweggenommen und mit «tausend Wenn und Aber totgemacht» würden.

Ohne Plan B

Als Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor Weihnachten in Brüssel mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zusammenkam, lehnte dieser eine einseitige Schutzklausel ab, mit der die Schweiz die Zuwanderung aus der EU beschränken könnte. Mit einer solchen Klausel will die Regierung die SVP-Zuwanderungsinitiative umsetzen.

Darauf angesprochen, ob die Schweizer Wirtschaft einen «Plan B» habe, wenn es mit der diskutierten Schutzklausel nicht klappe, sagte Franz: «Es gibt keinen Plan B, weil wir noch gar nicht wissen, was der Plan A sein wird». Roche werde dann reagieren, wenn das Verhandlungsergebnis einmal bekannt sei.

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