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Russische Fluglinie stellt wegen EU-Sanktionen Betrieb ein

Die Maschinen der russischen Billigfluglinie Dobroljot bleiben seit gestern am Boden. Und auch mehrere Reiseveranstalter mussten bereits Konkurs anmelden.

Tochtergesellschaft der russischen Fluglinie Aeroflot: Eine Maschine von Dobroljot auf dem Weg nach Simferopol.
Tochtergesellschaft der russischen Fluglinie Aeroflot: Eine Maschine von Dobroljot auf dem Weg nach Simferopol.
Reuters

Wegen der EU-Sanktionen gegen Russland im Ukrainekonflikt hat die Moskauer Billigfluglinie Dobroljot ihren Betrieb eingestellt. Europäische Vertragspartner erfüllen nach Firmenangaben angesichts der Strafmassnahmen ihre Verpflichtungen gegenüber Dobroljot nicht mehr.

Dabei gehe es um Verträge für die technische Wartung und die Versicherung von Flugzeugen sowie um Leasingabkommen, teilte das Unternehmen mit. Wegen dieses «beispiellosen Drucks» seien die Flüge und der Verkauf von Tickets nun eingestellt worden.

Dobroljot, eine noch junge Tochter der staatlichen russischen Fluglinie Aeroflot, hatte zum Beispiel auch die Schwarzmeerhalbinsel Krim angeflogen. Russland hatte sich das laut Völkerrecht zur Ukraine gehörende Gebiet gegen internationalen Protest im März einverleibt. Die Europäische Union nahm Dobroljot in der vergangenen Woche in die Sanktionsliste gegen Russland auf.

Auch Reiseveranstalter pleite

Unterdessen sitzen mehr als 27'000 russische Touristen derzeit im Ausland fest, weil ihr Reiseveranstalter im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise Pleite gegangen ist. Die Kunden des Anbieters Labirint hätten kein Rückflugticket, teilte der russische Reiseverband in Moskau mit.

Labirint hatte am Samstag den Betrieb eingestellt und die rapide sinkenden Buchungszahlen und den Wertverlust des Rubel infolge der Ukraine-Krise als Gründe genannt.

Labirint ist der vierte russische Reiseveranstalter innerhalb von drei Wochen, der durch den Konflikt mit der Ukraine Konkurs gemeldet hat. «Die negative politische und wirtschaftliche Lage hat die Zahl der Buchungen beeinflusst», erklärte Labirint. Der Wertverlust des Rubel schmälere zudem die Kaufkraft der Russen.

Eine Sprecherin der russischen Tourismusbehörde sagte dem Radiosender Moskauer Echo, es werde befürchtet, dass die Pleite-Serie bei den Reiseveranstaltern erst der Anfang sei und es einen «Domino-Effekt» geben könne.

SDA/kpn

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