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Ryanair leidet unter zu vielen Billigflügen

In Europa gibt es ein Überangebot an Flugverbindungen. Der neue Spitzenreiter in der europäischen Luftfahrt reagiert mit Kostensenkungen – und noch mehr billigen Flügen.

Ticketpreise im Sinkflug: Ein Flugzeug der irischen Gesellschaft Ryanair.
Ticketpreise im Sinkflug: Ein Flugzeug der irischen Gesellschaft Ryanair.
Josep Lago, AFP

Ryanair erwartet wegen der harten Konkurrenz am europäischen Himmel ein turbulentes Jahr. Das irische Unternehmen sagte am Montag anhaltenden Druck auf die Flugpreise voraus. «Die Preisgestaltung wird weiter herausfordernd sein», sagte Konzernchef Michael O'Leary anlässlich der Präsentation des dritten Quartals. Auch sprach er von «widrigen Marktbedingungen».

Im abgelaufenen Vierteljahr sei der Gewinn der grössten europäischen Fluglinie um acht Prozent auf 95 Millionen Euro gefallen. Das Unternehmen werde darauf mit einer forcierten Expansion reagieren.

Umsatz legt trotz günstigeren Tickets kaum zu

Im dritten Quartal gaben die Flugpreise bei Ryanair im Schnitt um 17 Prozent auf 33 Euro nach. Im laufenden Jahresviertel dürfte das Minus bei 15 Prozent liegen, wie das Management mitteilte. Der Umsatz legte wegen der gesunkenen Ticketpreise aber kaum zu, auf gut 1,3 Milliarden Euro.

Auslöser des Abwärtstrends sind ein Überangebot an Flugkapazitäten bei Kurz- und Mittelstreckenflügen in Europa sowie der Verfall des Pfunds nach dem Brexit-Votum. Die Wechselkursentwicklung belastet das Geschäft in Grossbritannien, dem umsatzstärksten Markt von Ryanair.

Das Unternehmen ist nicht die einzige Fluggesellschaft, die unter dem Kursrutsch der britischen Währung leidet. Auch die Billigflugrivalen Easyjet und Wizz Air stutzen deshalb ihre Gewinnerwartungen. Ryanair kappte die Prognose bereits im Oktober und rechnet nun für das aktuelle Geschäftsjahr, per Ende März, mit 1,3 bis 1,35 Milliarden Euro Gewinn.

In Frankfurt Angriff auf die Lufthansa

Einer der nächsten Expansionsschritte ist die Stationierung von neuen Flugzeugen am Lufthansa-Heimatflughafen Frankfurt. Das werde in einem weiteren starken Wachstum des Flugverkehrs resultieren. Mit ihrer Wachstumsstrategie eroberten die Iren vor kurzem die Spitzenposition in der europäischen Luftfahrt.

117 Millionen Passagiere flogen im vorigen Jahr mit Ryanair. Das waren mehr als bei der Lufthansa. Möglich machen das niedrige Kosten, eine einheitliche Boeing-Flotte und die neue Strategie, vermehrt auch grosse Flughäfen anzufliegen. Gewerkschaften kritisieren die Arbeitsbedingungen bei Ryanair.

SDA/oli

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