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Samsung will Sandisk feindlich übernehmen

Nach vier Monaten fruchtloser Übernahmeverhandlungen hat Samsung ein feindliches Gebot über 5,6 Milliarden Dollar vorgelegt.

Nach vier Monaten fruchtloser Übernahmeverhandlungen hat Samsung ein feindliches Gebot für den amerikanischen Speicherkarten- Hersteller SanDisk vorgelegt. Der südkoreanische Elektronikriese will 5,85 Milliarden Dollar für Sandisk zahlen. Die Aktionäre von SanDisk würden 26 Dollar je Aktie erhalten - ein Aufschlag von 73 Prozent zum Börsenschlusskurs vom Dienstag. Der Vorstand des kalifornischen Unternehmens lehnte die Offerte dennoch als zu niedrig ab.

Samsung stellt eine breite Palette von Heimelektronikprodukten, Telefonen und Computern her, ist aber auch der zweitgrösste Chiphersteller der Welt. Mit dem Zukauf von Sandisk könnte sich der Konzern Patente sichern, für die er bislang jährliche Lizenzgebühren von 300 Mill. bis 400 Millionen Dollar zahlt, wie es in einer Analyse des Daiwa Institute of Research heisst. Im Geschäft mit Flashspeichern, die zum Beispiel in Musikplayern und Digitalkameras zum Einsatz kommen, könnten die Südkoreaner zudem ihren Vorsprung gegenüber dem Rivalen Toshiba ausbauen. Sandisk betreibt mit Toshiba ein Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Speicherchips.

Wandel der Firmenkultur

Analysten sehen in dem feindlichen Gebot für SanDisk ein Zeichen für einen Wandel der Unternehmenskultur, den der jüngste Führungswechsel bei Samsung eingeläutet haben dürfte. Im Mai übernahm Lee Yoon Woo das Amt des Vorstandschefs. «Die Aggressivität ist ein klarer Bruch mit der Samsung-Tradition der vergangenen zehn Jahre», sagt Kim Hyun Wook, Fondsmanager bei KB Asset Management Co. in Seoul. Konkurrent Toshiba habe vermutlich nicht genügend Geld in der Kasse, um in ein Bietergefecht mit Samsung einzusteigen.

Analyst Peter Yu von BNP Paribas SA begrüsst das Gebot. Damit lasse Samsung von seiner verbissenen Konzentration auf praktisch ausschliesslich organisches Wachstum ab. In der zwölfjährigen Amtszeit von Woos Vorgänger Yun Jong Yong hatte der grösste Zukauf des Konzerns ein Volumen von 434,8 Millionen Dollar. Für diese Summe hatte Samsung den kalifornischen PC- Hersteller AST Research übernommen.

Verluste wieder aufgeholt

Der Aktienkurs von SanDisk schnellte nach dem Übernahmegebot in die Höhe. Im nachbörslichen Handel kletterte der Kurs am Dienstag in New York 56 Prozent im Plus. Auf Jahressicht begrenzten sie damit aber lediglich vorangegangene Verluste. Bevor Samsung am 5. September sein Interesse an SanDisk öffentlich machte, lagen die Titel knapp 60 Prozent unter dem Niveau vom Jahresanfang. Druck brachte der Preisverfall am Speicher-Markt, der bei SanDisk zum grössten Quartalsverlust in fast sieben Jahren führte. Die Aktie von Samsung legte am Mittwoch in Seoul nur zwischenzeitlich zu. Im Tagesvergleich ging sie unverändert aus dem Handel.

Bloomberg/se

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