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Sarasin verdient weniger

Die Basler Privatbank hat im ersten Haljahr 30 Prozent weniger Gewinn gemacht. Die verwalteten Gelder nehmen zu, aber langsamer als auch schon.

Die Safra-Gruppe soll morgen die Mehrheit an der Bank übernehmen: Hauptgebäude der Bank Sarasin in Basel. (Archivbild)
Die Safra-Gruppe soll morgen die Mehrheit an der Bank übernehmen: Hauptgebäude der Bank Sarasin in Basel. (Archivbild)

Bei der Bank Sarasin & Cie ist der Neugeldzufluss im ersten Halbjahr 2012 enttäuschend gering ausgefallen und der Gewinn um 29 Prozent auf 48,2 Millionen Franken gesunken.

Sarasin-Chef Joachim Strähle begründete dies vor Analysten und Journalisten in Zürich mit dem schwierigen Marktumfeld und der verkündeten Weissgeldstrategie. Das sich seit November hinziehende Übernahmeverfahren der Bank Sarasin durch die brasilianische Safra-Gruppe sei dagegen weniger entscheidend gewesen.

In den Schlagzeilen war Sarasin überdies, weil ein ehemaliger IT-Mitarbeiter Kontendaten von Philipp Hildebrand weitergegeben hatte. Damit wurden Devisengeschäfte publik, die Hildebrand den Job als Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) kosteten.

Nettoneugelder wieder im Plus

Von Januar bis Juni konnte Sarasin nach dem Abfluss im Vorjahr wieder Nettoneugelder von 0,5 Milliarden Franken verbuchen. Analysten hatten im Schnitt aber mit 1,3 Milliarden gerechnet. Während Privatkunden weitere 0,5 Milliarden Franken abzogen, brachten institutionelle Kunden Nettoneugelder von 1,0 Milliarden Franken zu Sarasin.

Die Kundenvermögen stiegen von 96,4 Milliarden auf 99,1 Milliarden Franken. Dazu trugen neben den Nettoneugeldern die positive Marktentwicklung (1,9 Milliarden) und Wechselkurseffekte durch die Aufwertung des Dollars (0,3 Milliarden) bei.

Die Eurokrise und die Zurückhaltung der Anleger lasteten aber auf den Erträgen der Bank. So fiel der Erfolg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 13 Prozent. Auch das Zinsengeschäft (–6 Prozent) und das Handelsgeschäft (–10 Prozent) brachten weniger ein. Strähle kürzte deshalb bei den Sachkosten die Budgets. Kundenberater werden zwar weiterhin angeheuert, ansonsten gilt aber ein Einstellungsstopp. Seit Anfang Jahr stieg der Personalbestand dennoch um 16 Stellen.

Warten auf Steuerabkommen

Bei der Weissgeldstrategie macht Sarasin einen Zwischenhalt: Bei Kunden aus Ländern, mit denen die Schweiz ein neues Steuerabkommen aushandeln will, wird der Prozess der «Regularisierung» suspendiert. Konkret betreffe dies Deutschland, Grossbritannien, Österreich, Griechenland und Italien, sagte Strähle.

Bei Schweizer Kunden sei der Prozess wegen der Selbstdeklarationspflicht in Kombination mit der Verrechnungssteuer nicht nötig. Von Kunden aus allen anderen Ländern will sich die Bank weiterhin bis Ende Jahr trennen, falls diese ihre Gelder nicht versteuern wollen.

Das Ziel, bis ins Jahr 2015 die Kundengelder auf 150 Milliarden Franken zu steigern, ist in die Ferne gerückt. Strähle will daher die Mittelfristziele nach unten revidieren. Klarheit darüber sollen die Minderheitsaktionäre bekommen, bevor sie darüber entscheiden müssen, ob sie ihre Aktien Safra andienen.

Morgen soll der Verkauf des Mehrheitsanteils, welchen bislang die niederländische Rabobank hielt, an Safra vollzogen werden. Safra hat dann zwei Monate Zeit, den Minderheitsaktionären eine Übernahmeofferte zu unterbreiten. Der Markt geht gemäss aktuellem Börsenkurs seit einiger Zeit von etwa 27 Franken je Aktie aus.

SDA/mw

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