SBB Cargo will Hunderte Stellen streichen

Der Verwaltungsapparat sei zu gross und die Effizienz zu gering, sagt der Chef von SBB Cargo. Über 700 Stellen werden darum wegfallen.

Die Rangierteams sollen künftig mehr Wagen transportieren: Ein Güterzug beim Bahnhof Oerlikon. (21. September 2010)

Die Rangierteams sollen künftig mehr Wagen transportieren: Ein Güterzug beim Bahnhof Oerlikon. (21. September 2010) Bild: Melanie Duchene/EQ Images/Keystone

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Der Chef von SBB Cargo Nicolas Perrin hat einen weiteren Stellenabbau bei seiner Firma angekündigt. In einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Wochenende» vom Samstag sagte er, dass in den kommenden Jahren rund 760 Stellen entfallen.

Als Hauptgründe für diese Massnahme gab Perrin zwei Umstände an. Erstens sei der Verwaltungsapparat - trotz der bereits angekündigten Stellenreduktion von 80 Personen - immer noch zu gross. «Der Abbau wird bis 2020 noch mal mindestens in der gleichen Grössenordnung nötig sein», sagte der Manager in dem Interview bezüglich der Streichungen in der Administration.

Zweitens soll SBB Cargo bei der Effizienz zulegen, sich also nicht wie bisher auf so viele einzelne Wagenladungen konzentrieren. «Unsere Rangierteams transportieren teilweise einen oder zwei Wagen», sagte Perrin zu der Zeitung. Dies sei nicht effizient, betonte er.

Sozialplan bei Entlassungen

In diesem Segment habe die Firma zudem im vergangenen Jahr 14 Prozent an Umsatz verloren. Daher möchte SBB Cargo seine Präsenz in Wirtschaftsräumen mit grossen Gütermengen weiter stärken. Im Geschäft mit einzelnen Wagenladungen fielen bei SBB Cargo in den kommenden zwei Jahren deshalb Stellen «im dreistelligen Bereich» weg, sagte Perrin in dem Interview weiter.

Insgesamt geht der SBB-Cargo-Chef davon aus, künftig mit einer um einen Drittel reduzierten Belegschaft auszukommen. Derzeit beschäftigt die Firma - ohne SBB Cargo International - rund 2300 Angestellte. Das heisst, rund 760 Positionen werden obsolet. Perrin will die Personalreduktion hauptsächlich über Pensionierungen und die natürliche Fluktuation erreichen. Bei Entlassungen käme der Sozialplan der SBB zu Tragen, sagte er. (roy/sda)

Erstellt: 24.02.2018, 06:54 Uhr

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