Dabei geht es doch nur um einfache Schilder

Finden Sie den Weg im Bahnhof? Falls ja, hat das auch mit den blauen Tafeln zu tun. Die SBB wollen diese nun ersetzen – doch das ist gar nicht so einfach.

Kein Angebot erfüllte die Anforderungen: SBB-Schilder.

Kein Angebot erfüllte die Anforderungen: SBB-Schilder. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Eigentlich geht es nur um Schilder. Kein Ding der Unmöglichkeit – würde man meinen. Aber die SBB haben derzeit Mühe, einen Anbieter für ebensolche neuen Schilder zu finden. Auf die Ausschreibung vom 8. September 2018 ist kein geeignetes Angebot eingegangen. Diese wurde entsprechend abgebrochen. Das zeigen Angaben auf der Plattform des öffentlichen Beschaffungswesens der Schweiz (Simap).

Bei der Ausschreibung ging es um sämtliche Signaletik-Schilder der SBB-Bahnhöfe, «also die blau-weissen Schilder, die unsere Kunden sicher durch den Bahnhof führen», sagt SBB-Sprecher Oli Dischoe. Es brauche neue Schilder, da die bestehenden bald ihr Lebensende erreichten, erklärt er.

Eigens entwickeltes Produkt ausgeschrieben

Abgebrochen werde die Aktion, weil kein Angebot eingegangen sei, das die in der Ausschreibung geforderten Kriterien und technischen Anforderungen vollständig erfülle, steht in der Begründung. Die meisten dieser Anforderungen seien gesetzlicher Natur, teilt Dischoe mit. Sie betreffen etwa die Windkraft, die Statik oder bei beleuchteten Schildern die Vorgaben für elektrische Geräte im öffentlichen Raum. Kostengründe, dass die eingegangenen Angebote zu teuer gewesen seien, gebe es für das Nicht-Zustandekommen des Projekts nicht.

Auf die Frage, ob die Kriterien zu streng gewesen seien und deshalb kein adäquates Angebot gefunden wurde, antwortet der SBB-Sprecher: Es sei ein eigens für die SBB entwickeltes Produkt ausgeschrieben worden. In der Ausschreibung sei von den Anbietern verlangt worden, die Detailkonstruktion selber zu erstellen. «Wir vermuten, dass diese Situation dazu führte, dass keines der Angebote sämtliche Mindest- und Eignungskriterien erfüllte.» Es seien aber mehrere Angebote von verschiedenen Dienstleistern eingegangen.

Ausschreibungskonzept wird überprüft

In der Ausschreibung steht ebenfalls, Ziel sei es, ein Produkt umzusetzen, das bezüglich Produktion, Montage und Betrieb auf moderne Prozesse und nachhaltige Methoden im Unterhalt setze. Kriterien für einen Anbieter sind neben einem gewissen Jahresumsatz und Qualitätsmanagement auch, dass ein gewisses Umweltmanagementsystem vorliegt.

Bei den SBB geht man nun über die Bücher. Die SBB wollen ihr Ausschreibungskonzept überprüfen und die Schilder 2019 erneut ausschreiben. Bis dahin erfüllten die bestehenden Signaletik-Schilder die Anforderungen noch und würden nach Lebensende ersetzt, so Dischoe.

Erstellt: 28.11.2018, 13:20 Uhr

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