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SBB sucht Partner für Güterverkehr

Der Verlust ist kleiner geworden, dennoch soll der Alleingang der SBB Cargo der Vergangenheit angehören.

Die im letzten Herbst eingeleiteten Massnahmen der SBB zur Restrukturierung des defizitären Güterverkehrs haben Wirkung gezeigt. SBB Cargo erlitt im ersten Halbjahr 2008 nur einen Verlust von 8,2 Mio. Franken. In der Vorjahresperiode hatte sich das Minus auf 35,5 Mio. belaufen.

«Der Turnaround bei Cargo greift - aber wir sind noch nicht am Ziel», sagte SBB-Chef Andreas Meyer heute vor den Medien. Angesichts der Verlustreduktion könne von einem «Notverkauf» keine Rede sein.

Die SBB habe bisher eine Strategie des «aggressiven Alleingangs» verfolgt, sagte Meyer weiter. «Nun müssen wir aber das europäische Geschäft mit verlässlichen Partnern weiterentwickeln. Nach der Restrukturierung soll nun eine Repositionierung folgen.» Daneben würden auch Partnerschaften für das Inlandgeschäft geprüft.

Verkauf ist kein Thema

«Wir werden SBB Cargo auf keinen Fall verkaufen. Eine Veräusserung von Anteilen ist aber nicht ausgeschlossen», sagte Meyer weiter. Bis zu 49,9 Prozent der Anteile kann die SBB ohne Gesetzesänderung verkaufen. Eine Anpassung dieser rechtlichen Grundlagen würde rund zwei Jahre dauern, sagte Meyer weiter.

Die SBB zeigte sich in Bezug auf die Verheiratung ihres Sorgenkindes offen. Vorstellbar sei auch eine Kooperation mit Spediteuren oder Grosskunden, sagte Meyer.

Die Unternehmen seien aufgefordert worden, ihr allfälliges Interesse bis am 22. September zu bekunden und ihr Angebot bis am 15. Oktober zu konkretisieren. Danach werde die SBB die Partnerangebote evaluieren. Dafür seien Experten des Beratungsunternehmens McKinsey mandatiert worden.

Nachwehen des Streiks

Die SBB Cargo und das ganze Unternehmen sei durch den Streik der Mitarbeitenden des Industriewerks Bellinzona im März/April 2008 stark belastet worden. Die Kosten des Streiks beliefen sich für die SBB auf über 2,5 Mio. Franken. Gleichzeitig belasten die Arbeitsrückstände namentlich beim Güterwagenunterhalt als Folge des Streiks das ganze Unternehmen noch immer massiv, wie Meyer sagte.

Seit Ende des Streiks laufen die Verhandlungen am Runden Tisch. Ziel sei es, die Produktivität des IW Bellinzona kurzfristig um jährlich mindestens 10 Mio. Franken, mittelfristig um mehr, zu verbessern. Ohne diese Verbesserungen ist das Werk laut SBB existenziell gefährdet.

SDA/vin

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