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Schawinskis Radio 1 verliert massiv Hörer

Seit einem halben Jahr ist Radio 1 im Zürcher Stadtgebiet auf Sendung. Noch unveröffentlichte Zahlen der Publica Data zeigen: Nach starkem Start laufen dem Erwachsenenradio von Roger Schawinski die Hörer davon.

Nach hundert Sendetagen präsentierte Roger Schawinski vergangenen Juni erstmals Hörerzahlen von Radio 1. Der Medienunternehmer schien mit seinem Sender auf Kurs: 110'000 Menschen schalteten in den Anfangsmonaten täglich sein Erwachsenenradio ein. Die ausgewiesene Reichweite überraschte auch die Fachwelt: Radio 1 war den Konkurrenten Radio 24 und Energy Zürich bereits auf den Fersen – und dies obschon das Konzessionsgebiet von Radio 1 deutlich kleiner ist, als jenes seiner Konkurrenten Radio 24 und Energy Zürich.

Heute, rund ein halbes Jahr nach dem Start von Radio 1, fallen die Hörerzahlen ernüchternder aus: In den Sommermonaten - vom 26. Mai bis zum 25. August - büsste der Sender fast dreissig Prozent der im Juni ausgewiesenen Hörer ein und erreichte durchschnittlich nur noch 81'700 Hörer im Tag. Dies belegen unveröffentlichte Zahlen des Medienforschungsunternehmen Publica Data, die Redaktion Tamedia vorliegen.

Der Reichweitenverlust lässt sich nicht allein auf die sechswöchigen Sommerferien in Zürich zurückführen: So haben die Konkurrenten von Radio 1 im gleichen Zeitraum Hörer zurückgewinnen können. Radio 24, wie Newsnetz ein Unternehmen der Tamedia, erreichte im selben Zeitraum im Schnitt 262'400 Hörer pro Tag. Dies entspricht einem Zuwachs über 10'000 Hörern pro Tag gegenüber den drei Vormonaten; Energy Zürich legte im selben Zeitraum leicht zu und kam auf 200'000 Hörer.

Schawinski war auf Anfrage nicht bereit, die Entwicklung der Hörerzahlen öffentlich zu kommentieren. Für Medienbeobachter deuten die Zahlen der Publica Data darauf hin, dass der Sender von der Anfangsneugier der Hörer sowie dem starken Medienecho profitieren konnte. Ein beträchtlicher Teil der Hörer der ersten Stunde liess sich jedoch nicht vom Sendekonzept überzeugen und ist wieder zu den angestammten Radiokanälen zurückgekehrt. Dennoch dürfte Schawinskis grösste Sorge derzeit eine andere sein: In den kommenden Wochen will Medienminister Moritz Leuenberger die Konzessionen für die UKW-Radios vergeben. Erhält er die Konzession für das grössere Sendegebiet Zürich-Glarus, dürfte er den Reichweitenverlust in der Agglomeration Zürich locker wettmachen.

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