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Scheichs bringen Mercedes auf Kurs

Das Emirat Abu Dhabi steigt als Grossaktionär beim Mercedes-Hersteller Daimler ein. Das freut die Börsen: Die Daimler-Aktie kletterte heute Vormittag teilweise um sechs Prozent.

Zwei Milliarden Euro: Abu Dhabi wird Grossaktionär bei Mercedes-Hersteller Daimler.
Zwei Milliarden Euro: Abu Dhabi wird Grossaktionär bei Mercedes-Hersteller Daimler.

Dass arabische Scheichs gerne Mercedes fahren, ist bekannt. Der Einstieg von Abu Dhabi bei Daimler kommt jedoch eher überraschend. Das Emirat wird grösster Einzelaktionär beim Mercedes-Hersteller und hält 9,1 Prozent des Unternehmens. Abu Dhabi ist bereits der zweite staatliche Grossaktionär bei Daimler, der Golfstaat Kuwait hält 6,9 Prozent. Die Börse in Frankfurt freute sich über die Nachricht: Der Aktienkurs kletterte heute Morgen um sechs Prozent.

Abu Dhabi bringt dem krisengeschüttelten deutschen Autobauer viel Geld ein: insgesamt 1,95 Milliarden Euro, schreibt «Spiegel online». Die Analysten sind zufrieden: Der neue Grossaktionär verbessere die Finanzlage von Daimler, heisst es. Zudem würde die Eigenkapitalbasis um 10 Prozent gestärkt und die Gefahr einer Übernahme gebannt. Goldman sieht für Daimler sogar «Licht am Ende des Tunnels». Erwartet wird, dass Abu Dhabi sich nicht auf die Rolle des stillen Teilhabers wie Kuwait beschränken wird, sondern mitreden will.

Die Wirtschaftskrise setzt den deutschen Nobelmarken wie Mercedes stark zu. Das «Handelsblatt» berichtet, dass im Januar und Februar ein Viertel weniger BMW, Mercedes, Audi und Porsche verkauft wurden als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Die Krise zwingt Daimler zudem zu einer Kooperation mit dem Rivalen BMW, wie die «Rheinische Post» schreibt: Die Vorstände der beiden Autobauer sollen Ende Januar Möglichkeiten einer Zusammenarbeit besprochen haben.

Wie ernst es um Daimler steht, zeigte sich letzte Woche. Angesichts der Wirtschaftskrise will der Konzern die Schrauben weiter anziehen. Eine Milliarde Euro soll eingespart werden. Ab April und Mai führt Daimler zudem in einigen deutschen Fabriken Kurzarbeit ein; 18'000 Mitarbeiter sind davon betroffen.

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