Schiffs-Havarie verursacht Millionen-Schaden

Die MS Diamant prallte bei Kehrsiten in einen Felsen. Das sind die Folgen für die Schifffahrtsgesellschaft.

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Es passierte im Dunkel der Nacht. Kurz nach 21 Uhr rammte die 400 Tonnen schwere und 63,5 Meter lange MS Diamant einen Felsen. Der Unglücksort liegt rund 370 Meter vor der Schiffsanlagestelle Kehrsiten entfernt. Der Felsen schlug ein grosses Loch in den Rumpf. Das erst sechs Monate alte Motorschiff der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees schaffte es trotz Leck noch bis zur Station. Dort stellte die Besatzung jedoch fest, dass die Küche und zwei weitere Räume im Unterdeck geflutet waren. Das Wasser stand bereits 1,5 Meter hoch.

Keiner der 163 Passagiere und der vier Besatzungsmitglieder ist beim Unfall verletzt worden. Für die Luzerner Schifffahrtsgesellschaft ist die Havarie aber unangenehm. «Das kommt natürlich ungelegen», sagt Direktor Stefan Schulthess. Denn die MS Diamant war das neuste Schiff in der Flotte und daher für Spezialanlässe gut gebucht – gerade für Firmenanlässe zum Jahresende oder die Silvesterfahrt. Sie fällt nun «für unbestimmte Zeit» aus. Vor dem kommenden Frühjahr wird das 15 Millionen teure Schiff kaum wieder lostuckern.

Mehr als eine Million Franken

Schulthess rechnet daher mit einem «kleinen Einnahmenausfall». Man werde nun die in den kommenden Wochen auf die Diamant gebuchten Kunden anschreiben und nachfragen, ob sie bereit sind, auf ein anderes Schiff zu wechseln. Er glaubt aber nicht, dass dies alle tun werden. «Wir können ja nicht die gleichen Leistungen bieten», so der Chef der Vierwaldstättersee-Flotte. Denn das neue Gefährt bietet mit Glaskuppel, Bar auf dem Sonnendeck, Innengalerie und Wasserterrasse besonders viele Attraktionen. Diesen finanziellen Schaden könne man aber tragen, so Schulthess.

Auch der Sachschaden ist für die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees tragbar. «Er ist bis auf einen Selbstbehalt versichert», so Schulthess. Wie teuer die Reparatur sein wird, kann er allerdings aktuell noch nicht sagen. Es werde aber ein «hoher Betrag», so der Direktor. Dabei schlage weniger die Reparatur des Rumpfes zu Buche, sondern der Ersatz aller Geräte in der gefluteten Küche. «Da ist viel Elektronik drin und die ist wohl kaputt», so Schulthess. Experten der Binnenschifffahrt schätzen die Kosten auf mehr als eine Million Franken.

Genug Ersatzschiffe

Immerhin hat die Havarie keinen Einfluss auf den Linienbetrieb. Denn im Winter ist auch auf dem Vierwaldstättersee weniger los. «Wir haben genug Ersatzschiffe», sagt Schulthess. Er resümiert: «Finanziell ist es verkraftbar, der emotionale Schaden ist für uns grösser.»

Erstellt: 08.12.2017, 13:46 Uhr

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