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Schlechte Aussichten für A380-Käufer

Die Produktion des A380 von Airbus hinkt den Plänen hinterher. 20 Käufer warten seit Wochen. Grund sind mehrere Pannen, aber auch die schicke Innenausstattung, die viele Airlines wünschen – und die Politik.

20 Käufer warten seit Wochen auf ihre Maschinen: Ein A380 im Landeanflug an der Messe im britischen Farnborough. (11. Juli 2012)
20 Käufer warten seit Wochen auf ihre Maschinen: Ein A380 im Landeanflug an der Messe im britischen Farnborough. (11. Juli 2012)
AFP
Probleme bei der Verkabelung, ein brennendes Triebwerk und Haarrisse in den Tragflächen – der A380 stand bisher unter keinem guten Stern: Demonstration in Farnborough. (12. Juli 2012)
Probleme bei der Verkabelung, ein brennendes Triebwerk und Haarrisse in den Tragflächen – der A380 stand bisher unter keinem guten Stern: Demonstration in Farnborough. (12. Juli 2012)
AFP
«Wir haben einen grossen Schritt nach vorne gemacht»: Airbus VR_Präsident und Konzernchef Fabrice Bregier gelobt Besserung. Beim A320 (hier im Hintergrund) läuft schliesslich auch alles rund. (2. Juli 2012)
«Wir haben einen grossen Schritt nach vorne gemacht»: Airbus VR_Präsident und Konzernchef Fabrice Bregier gelobt Besserung. Beim A320 (hier im Hintergrund) läuft schliesslich auch alles rund. (2. Juli 2012)
Keystone
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Das grösste Flugzeug der Welt bereitet dem Hersteller Airbus Kopfzerbrechen. Angekündigt als luxuriöser Superjumbo mit zwei Etagen gestaltet sich die Produktion des A380 nun doch komplizierter als gedacht. Airbus und sein Mutterkonzern EADS kämpfen seit Jahren mit grossen Problemen bei der Montage des Flugzeugs, das Platz für bis zu 853 Personen bietet.

«Wir müssen die Kosten und die Produktionszeiten weiter senken», sagte Airbus-Vorstandsvorsitzender Fabrice Bregier gegenüber dem «Wall Street Journal». Trotz der Probleme habe sich die Situation aber verbessert. «Wir haben einen grossen Schritt nach vorne gemacht im Vergleich zu früher, wo immer alles dem Ruder lief», erklärte Bregier.

Eine Panne jagt die andere

Aus dem Ruder lief früher vieles. Zu Beginn wurden Probleme bei der Verkabelung in der Kabine bekannt. Im Jahr 2010 geriet ein Triebwerk einer Qantas-Maschine in Brand. Die Ursachenforschung dauerte so lange, dass sich die Produktion drastisch verzögerte. Inzwischen sei der Fehler behoben, erklärte das Unternehmen.

Kaum war eine Störung behoben, tauchte bereits die nächste auf. Haarrisse an den Tragflächen des A380 sorgten für neuen Wirbel. Die Produktion musste unterbrochen werden, um die Maschinen zu überprüfen. Dies kostete Airbus Hunderte von Millionen Euro.

Neben den Pannen machen die hohen Ansprüche punkto Innenausstattung dem Flugzeughersteller das Leben schwer. Viele der 20 Airlines, die einen A380-Jumbo bestellt haben, wollen bei den Kunden durch eine besonders schicke Inneneinrichtung punkten.

«Raum für Verbesserungen»

Dies ist für Airbus problematisch – vor allem deshalb, weil der Flugzeugkörper in Frankreich montiert und die Innenausstattung in Deutschland eingebaut wird. Wie Airbus-Programmchef Tom Williams im «Wall Street Journal» sagt, werde ein Grossteil der Innenarbeiten erst ganz am Schluss des Produktionsprozesses erledigt. Dies sei sehr teuer und dauere zu lange.

«Ich glaube, wir haben immer noch Raum für Verbesserungen», fügte er an. Die Kabinenausstattung müsse in der Fertigungskette so weit wie möglich nach vorne geschoben werden. Dies ist bei anderen Airbus-Produkten bereits der Fall. So wird beispielsweise beim A330 das Innere zeitgleich mit der Aussenstruktur montiert. Die Folge: Die Produktion dauert drei Wochen, beim A380 nimmt sie ganze zehn Wochen ein. In einem Monat werden fast 40 der kleineren A320-Flugzeuge, fast zehn des Typs A330, aber nur drei Superjets A380 fertiggestellt.

Doch die Lösung des Problems ist schwierig. Um die Produktion des A380 zu beschleunigen, müsste Airbus einige Aufgaben von Deutschland nach Frankreich verlagern. «Ein heikles Thema» für die Regierung und die Gewerkschaften, wie Williams anfügte.

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