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Schweizer Banker wegen Cahuzac-Affäre festgenommen

Er sagte in Frankreich in der Affäre um Ex-Budgetminister Cahuzac aus: Die Genfer Bank Reyl hat ihren Ex-Mitarbeiter Pierre Condamin-Gerbier angezeigt. Die Liste der Vorwürfe gegen ihn ist lang.

Seine ehemalige Arbeitgeberin bezichtigt ihn der Fälschung eines internen Dokuments: Pierre Condamin-Gerbier im französischen Parlament. (3. Juli 2013)
Seine ehemalige Arbeitgeberin bezichtigt ihn der Fälschung eines internen Dokuments: Pierre Condamin-Gerbier im französischen Parlament. (3. Juli 2013)
Bertrand Guay, AFP

In der Steuerbetrugsaffäre um Frankreichs Ex-Haushaltsminister Jérôme Cahuzac ist ein wichtiger Zeuge in der Schweiz festgenommen worden. Pierre Condamin-Gerbier wurde am 5. Juli nach seiner Rückkehr in die Schweiz festgenommen. Einen entsprechenden Bericht der «Tribune de Genève» wurde durch die Bundesanwaltschaft bestätigt. Zuvor hatte Condamin-Gerbier am 12. Juni und am 3. Juli vor einer parlamentarischen Untersuchungskommission in Frankreich zur Affäre Cahuzac ausgesagt. Der ehemalige französische Budgetminister Jérôme Cahuzac soll unversteuertes Geld unter anderem auf Schweizer Bankkonten gelagert haben.

Grund für die Festnahme ist eine Anzeige von Condamin-Gerbiers ehemaliger Arbeitgeberin. Wie nun bekannt wurde, hatten die Genfer Bank Reyl & Cie und deren Tochtergesellschaft Reyl Private Office letzten Monat Strafanzeige gegen Condamin-Gerbier erstattet. Die Bank Reyl wirft ihrem ehemaligen Mitarbeiter Diebstahl, Urkundenfälschung und Verstoss gegen das Berufs-und Geschäftsgeheimnis vor.

Fälschung vorgeworfen

Die «wiederholten Falschdarstellungen» und Behauptungen von Condamin-Gerbier gegenüber den französischen Medien trotz kategorischer Dementi der Reyl-Gruppe sowie die Fälschung eines internen Papiers hätten der Bank keine andere Wahl gelassen, als Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Mitarbeiter einzureichen, teilt Reyl & Cie in einem Communiqué mit. Die Bank habe die Beweise der Bundesanwaltschaft am 17. Juni übergeben.

Condamin-Gerbier hatte behauptet, die Reyl-Gruppe verwalte nicht deklarierte Konten französischer Politiker. Er verfüge über eine Liste mit den Namen von rund 15 französischen Ministern und Ex-Ministern vom linken und vom rechten Lager mit Konten in der Schweiz. Die Bank hatte die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen.

Affäre um französischen Minister

Gegen Cahuzac läuft in Frankreich ein Verfahren wegen eines Geheimkontos in der Schweiz, das er später nach Singapur verlagerte; ihm wird Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Im März trat er zurück, gab aber erst Anfang April nach monatelangem Leugnen zu, dass er tatsächlich ein Auslandskonto besass. Die Affäre belastet die sozialistische Regierung von Staatschef François Hollande.

AFP/sda/mw

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