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Schweizer Versicherern fehlen die Fachkräfte

Die Schweizer Versicherer spielen laut ihrem Verband in der «Premier League». Der Wertschöpfungsanteil der Branche liegt laut einer Studie bei fast drei Prozent. Herausforderungen stellen sich an anderen Positionen.

Die Versicherungsbranche ist einer der Wachstumsleader der Schweizer Volkswirtschaft: Ein Vergleich mit anderen Branchen.
Die Versicherungsbranche ist einer der Wachstumsleader der Schweizer Volkswirtschaft: Ein Vergleich mit anderen Branchen.

Die Branche der Schweizer Privatversicherungen sieht sich in einer guten Verfassung. Die Schweiz als einer der weltweit führenden Versicherungsstandorte kämpft laut dem Branchenverband aber mit Herausforderungen, etwa dem Mangel an Fachkräften.

Die Schweizer Versicherer befänden sich in der «Premier League», sagte der Direktor des Schweizerischen Versicherungsverbands (SVV), Lucius Dürr, vor den Medien in Zürich. Mit einer Studie des Forschungsinstituts BAK Basel will der Verband die Spitzenposition der Branche belegen.

Der Anteil an der Wertschöpfung von fast 3 Prozent - dies ist der Schnitt der Jahre 2001 bis 2011 - sei überdurchschnittlich hoch und werde nur von den USA und Schweden übertroffen, hält die Studie fest.

Zwei Prozent Wachstum

Die Versicherer haben wegen der grossen Probleme, in denen sie sich während der Börsenkrise von 2002 befunden hatten, einen Strukturwandel bereits hinter sich. Das habe zu einem Schub bei der Produktivität geführt und erkläre den robusten Wertschöpfungsanteil der Branche an der Wirtschaft, sagte SVV-Präsident Urs Berger.

«Das überdurchschnittliche Wachstum der Produktivität wird sich auch in Zukunft fortsetzen», sagte Berger weiter. In der Studie hält die BAK Basel fest, dass in den nächsten Jahren das Wachstum der Wertschöpfung 2 Prozent betragen und somit über der Gesamtwirtschaft liegen dürfte.

Besonders gewachsen sind in der Schweiz die Rückversicherer, wie Rebekka Rufer vom Forschungsinstitut sagte. Zürich hat sich zu einem Zentrum für die Branche entwickelt.

Mangel an Fachkräften

Um die Schweiz vermehrt zu einem Zentrum für Erstversicherer zu machen, bräuchte sie allerdings Dienstleistungsabkommen mit anderen Ländern, namentlich den Schwellenländern, deren Versicherungsmärkte noch längst nicht so gesättigt sind wie die europäischen. Wie SVV-Präsident Berger andeutete, müsste für solche Abkommen aber erst die internationale Situation der Banken geklärt werden.

Eine Herausforderung für die Schweizer Versicherer bleiben die Verfügbarkeit von Fachkräften und die Rahmenbedingungen, wie Verbandsdirektor Dürr sagte.

Zwar sei die Zahl freier Stellen von etwa 1100 in einer Branche mit 60'000 Mitarbeitern angesichts der Fluktuation normal. Dennoch müssten die Versicherer Spezialisten anziehen und auch selber ausbilden. Der Trend, dass die Zahl der Lernenden in den Firmen zurückgegangen sei, muss aus Sicht des SVV umgekehrt werden.

Bei den Regulierungen plädierte Dürr für ein «bedarfsgerechtes Regelwerk». Nach wie vor seien die Versicherer mit dem Schweizer Kapitalvorschriftenregime SST (Swiss Solvency Test) unzufrieden, doch brächten die Erleichterungen, wie sie die Finma Ende 2012 verfügt hatte, der Branche einiges.

Die von der Branche als zu stark empfundene Regulierung seien aber auch Ausdruck von Unsicherheiten in der Politik und in der Bevölkerung, sagte Dürr weiter.

SDA/wid

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