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Seco korrigiert Wachstumsprognosen nach unten

Die Wirtschaft in der Schweiz wird im laufenden Jahr etwas langsamer wachsen als bisher angenommen: Statt mit 2,2 Prozent rechnen die Experten des Bundes mit 2 Prozent BIP-Wachstum.

Die Weltwirtschaft erholt sich langsamer als erwartet. Deshalb senkt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Konjunkturprognose für das laufende Jahr auf 2,0 Prozent. Noch im März hatten die Experten des Bundes mit einem BIP-Wachstum von 2,2 Prozent gerechnet.

Für 2015 rechne man mit einem Wachstum von 2,6 statt 2,7 Prozent, teilte das Seco am Dienstag mit. Abgesehen von der Pharma- und Chemiebranche habe die Exportbelebung auf sich warten lassen, hiess es weiter. So entwickelten sich die Maschinen-, Elektro- und Metallexporte weiterhin bescheiden. Seit drei Jahren stagnieren die Warenexporte der Schweiz.

Nebst dem starken Franken machen die Experten die holprige Entwicklung der Weltwirtschaft für die Exportschwäche verantwortlich. Insbesondere der für die Schweizer Wirtschaft wichtige Euroraum sei nach wie vor geschwächt. Ein Aufschwung auf breiter Front sei dort nicht in Sicht. Allerdings gebe es grosse Unterschiede zwischen den Ländern.

Banken der Eurozone als Risiko

Während die Wirtschaft in Deutschland und einigen nordeuropäischen Ländern robust wachse, seien Frankreich und die südlichen Euroländer davon weit entfernt. Für den Euroraum rechnen die Experten mit einem BIP-Wachstum von 1 Prozent 2014 und 1,5 Prozent im nächsten Jahr.

Das fragile Finanzsystem in der Eurozone stelle aber ein erhebliches Risiko für die wirtschaftliche Erholung dar. Viele Banken in den Peripherieländern gäben den Unternehmen wegen Bilanzbereinigungen weiterhin nur zurückhaltend Kredite. Dies erschwere die Genesung.

Auch in den Schwellenländern bleiben die Wachstumsaussichten wegen Kapitalabflüssen und höheren Zinsen relativ verhalten. In China dämpften die Bemühungen der Regierung, das überbordende Kreditwachstum der letzten Jahre zu bremsen, die Konjunktur ebenfalls kurzfristig.

Gut sieht es hingegen in den USA aus. Dort trage die expansive Geldpolitik dazu bei, dass sich das BIP-Wachstum 2015 auf über 3 Prozent beschleunigen werde.

Bauboom könnte abflachen

Im Inland geht es der Konjunktur weiterhin gut. Insbesondere die Bauinvestitionen hätten weiterhin vom Tiefzinsumfeld und dem Bevölkerungswachstum profitiert.

Allerdings könnte sich im Bau das Wachstum verlangsamen. Bremsfaktoren seien dabei nachlassende Impulse vom öffentlichen Tiefbau, Begrenzungen bei Zweitwohnungen sowie eine höhere Planungsunsicherheit nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative, hiess es weiter.

Die Prognosen für den Arbeitsmarkt liess das Seco unverändert. So soll die Arbeitslosenquote 2014 gegenüber dem Vorjahr von 3,2 Prozent auf 3,1 Prozent zurückgehen. Für 2015 erwarten die Experten weiterhin eine Quote von 2,8 Prozent.

Zuletzt hatten auch die Ökonomen der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich ihre BIP-Prognosen für das laufende Jahr von 2,0 auf 1,8 Prozent gesenkt. Für 2015 liegt das KOF mit einer Prognose von 2,0 Prozent deutlich als das Seco (2,6 Prozent).

SDA/mw

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