Sexismus-Vorwürfe: Post stoppt zweideutige Werbung

Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert den neuen Slogan der Postfinance. Die Post reagiert rasch und stoppt die Verteilung.

«Ein Lächeln reicht, um mich anzumachen»: Dieser Slogan der neuen Postfinance-Werbung kam bei der Gewerkschaft Syndicom nicht gut an.

«Ein Lächeln reicht, um mich anzumachen»: Dieser Slogan der neuen Postfinance-Werbung kam bei der Gewerkschaft Syndicom nicht gut an.

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Die Verteilaktion sorgt für Aufsehen – aber wohl nicht so, wie sich die Post das vorgestellt hat. Das Schalterpersonal der Post musste Flyer für das digitale Banking und die Postfinance-App verteilen. Der zweideutige Inhalt sorgte dort aber für Ärger, wie die «Werbewoche» berichtet.

Der Spruch «Ein Lächeln genügt, um mich anzumachen» sollte eigentlich ein Relikt aus früheren Zeiten sein, kritisiert die Gewerkschaft Syndicom in einer Medienmitteilung. Der Slogan passe nicht in die heutige Zeit: «Solch ein sexistischer Werbesatz hat im 21. Jahrhundert nichts zu suchen und ist im Jahr des Frauenstreiks ein Hohn für all jene, welche gegen solche Strukturen ankämpfen.» Ausserdem werde ausgerechnet das vorwiegend weibliche Personal in den Postfilialen gezwungen, den Flyer zu verteilen. Schon kurz nach der Schalteröffnung hätten sich viele Post-Mitarbeiterinnen bei der Gewerkschaft gemeldet. Die Post wollte mit dem Flyer die Funktion bewerben, dass sich die Postfinance-App per Gesichtserkennung entsperren lässt. Doch der Satz lässt sich leicht missverstehen.

Eine Post-Sprecherin erklärt gegenüber der «Werbewoche.ch», dass man umgehend auf die Kritik reagiert habe: «Wir verurteilen jede Form von Sexismus. Das darf bei der Post keinen Platz haben.» Bei der Beurteilung der Verteilaktion habe man zu wenig berücksichtigt, wie es sich anfühlt, den Flyer zu verteilen. «Als die Reaktionen von Mitarbeitenden eingegangen sind, haben wir die Verteilaktion umgehend gestoppt», so die Sprecherin. Die Post bedaure, dass das Unternehmen die Situation falsch eingeschätzt habe. (red)

Erstellt: 04.11.2019, 15:33 Uhr

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