Shell zieht sich aus Arktis zurück

Wale, Seehunde und Eisbären freuts: Im hohen kanadischen Norden will Shell wegen tiefer Ölpreise doch nicht weiterforschen – und tut Erstaunliches mit den Lizenzen.

Die Firma hat Erkundungsrechte an die Umweltorganisation Nature Conservancy übertragen: Eine Shell-Tankstelle im britischen Eashington Tyne. (Symbolbild)

Die Firma hat Erkundungsrechte an die Umweltorganisation Nature Conservancy übertragen: Eine Shell-Tankstelle im britischen Eashington Tyne. (Symbolbild) Bild: Owen Humphreys/Keystone

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Der Energiekonzern Shell verzichtet auf Ölerkundungs-Lizenzen für die kanadische Arktis. Das Gebiet, für das die Lizenzen gedacht waren, soll zu einem geplanten Meeresschutzgebiets hinzugefügt werden.

Das Unternehmen übertrug die Erkundungsrechte für die polaren Gewässer an die kanadische Umweltorganisation Nature Conservancy, die sie wiederum an die Regierung weitergab. In der Region leben Wale, Seehunde, Walrösser, Eisbären und viele Vögel.

Kanadas Regierung verfolgt Pläne für die Errichtung eines 44'500 Quadratkilometer grossen Schutzgebiets in der polaren Meeresregion Lancaster Sound vor der Nordküste. Durch den Beitrag von Shell könnte das Gebiet um weitere 8600 Quadratkilometer wachsen.

«Gemeinsam können wir mehr erreichen und zur Erhaltung beitragen», so Shell Canada auf Twitter.

Einschränkung wegen tiefen Ölpreise

Der Vorsitzende von Nature Conservancy, John Lounds, begrüsste die Kooperationsbereitschaft von Shell. «Gemeinsam unterstützen wir den Erhalt einer Region von aussergewöhnlicher Schönheit, einer unglaublichen Artenvielfalt und einer grossen ökologischen Bedeutung zum Nutzen der Kanadier und der künftigen Generationen», erklärte er.

Shell war in der Vergangenheit von Umweltschützern scharf für seine Ölaktivitäten in der Arktis kritisiert worden. Greenpeace wies darauf hin, dass die sensible Arktisregion durch entsprechende Aktivitäten von Ölkonzern nach wie vor gefährdet sei. Am Dienstag hatte Shell bekannt gegeben, seine Ölerkundungen weltweit wegen der tiefen Ölpreise einzuschränken. (foa/sda)

Erstellt: 09.06.2016, 03:18 Uhr

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