Zum Hauptinhalt springen

SNB mit Milliardenverlust wegen Preissturz beim Gold

Der Wertzerfall beim Gold brockt der Schweizerischen Nationalbank im ersten Halbjahr einen Verlust von 7,3 Milliarden Franken ein. Dank der Wechselkursgewinne sieht es nicht noch düsterer aus.

Starke Schwankungen: Schweizerische Nationalbank in Zürich.
Starke Schwankungen: Schweizerische Nationalbank in Zürich.
Keystone

Der Preissturz beim Gold hat das Halbjahresergebnis der Schweizerischen Nationalbank (SNB) tief ins Minus gedrückt. Die SNB verbucht auf dem Goldbestand einen Bewertungsverlust von 13,2 Milliarden Franken, was zu einem Konzernverlust von 7,3 Milliarden Franken führt.

Teilweise aufgefangen wurde der Goldpreistaucher von Gewinnen auf Fremdwährungspositionen von 5,8 Milliarden Franken, wie die SNB mitteilte. Davon stammen 2,3 Milliarden Franken aus Wechselkursgewinnen, vor allem weil der US-Dollar seit Jahresbeginn gegenüber dem Franken um 3,4 Prozent und der Euro um 1,9 Prozent zulegten.

Euromindestkurs stabil

Die Devisenanlagen der SNB betrugen per Ende Juni 438,2 Milliarden Franken. Das sind 6 Milliarden mehr als Ende 2012. Da keine Devisenkäufe zur Gewährung des Euromindestkurses von 1.20 Franken nötig waren, dürfte der Zuwachs vorab auf Wechselkursveränderungen zurückgehen.

Die Allokation der Devisenanlagen hat sich praktisch nicht verändert: Per Ende Juni waren sie zu 78 Prozent (Vorquartal: 78 Prozent) in Staatsanleihen, zu 7 Prozent (7) in andere Anleihen und zu 15 Prozent (15) in Aktien investiert. Weiterhin lauteten 48 Prozent (48) auf Euro und 27 Prozent (27) auf US-Dollar.

Neben den Wechselkursgewinnen konnte die SNB so 3,4 Milliarden Franken an Zinsen und 1,0 Milliarden Franken an Dividenden erwirtschaften. Die Kurse auf Obligationen und Aktien entwickelten sich unterschiedlich: Auf Zinspapieren resultierte ein Verlust von 6,3 Milliarden Franken. Die Beteiligungspapiere dagegen profitierten vom günstigen Börsenumfeld und trugen 5,3 Milliarden Franken zum Erfolg bei.

Ausschüttung noch offen

Die SNB betont wie in jedem Zwischenbericht, ihre Resultate seien überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich. Ihr vorrangiges Ziel ist nicht eine Gewinnmaximierung, sondern die Gewährleistung der Preisstabilität.

Für eine gewisse Planbarkeit hat die SNB mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) vereinbart, bis 2015 jährlich 1 Milliarde Franken an Bund und Kantone zu entrichten, sofern die Ausschüttungsreserve positiv ist. Per Mitte Jahr betrug diese knapp 5,3 Milliarden Franken, wobei der Halbjahresverlust noch nicht verrechnet wurde. Die Ausschüttungsreserve wird lediglich jährlich verändert.

Vieles hängt von der Entwicklung des Goldpreises ab. Nach einer langen Rekordjagd infolge der Finanzkrise ist der Preis für das Edelmetall von Januar bis Juni um fast 26 Prozent gesunken. Der Wert des Goldbestands der SNB sank damit von 50,8 Milliarden auf 37,6 Milliarden. Anleger stiessen die in Krisen gesuchten Goldanlagen ab, weil sich die US-Wirtschaft überraschend positiv entwickelte und auch der Dollar an Wert gewann, nicht zuletzt weil die Notenbank Fed ein Abflauen der Geldschwemme angedeutet hatte.

Goldpreis steigt wieder

Im Juli ist der Goldpreis allerdings wieder gestiegen, was die Aussichten auf das SNB-Resultat für das ganze Jahr aufhellt. 2012 hatte die Nationalbank einen Halbjahresgewinn von 6,5 Milliarden Franken und einen Ganzjahresüberschuss von 6,9 Milliarden Franken erzielt. Dazu trugen sowohl Erfolge auf den Fremdwährungspositionen als auch auf dem Gold bei.

2011 hatte die SNB einen Semesterverlust von 10,8 Milliarden Franken noch in einen Gesamtjahresgewinn von 13,5 Milliarden Franken gedreht. Dazu trug der im September 2011 eingeführte Euromindestkurs wesentlich bei, der allerdings riesige Devisenmarktinterventionen nötig machte und die Bilanz aufblies. 2010 hatten Wechselkursverluste ein Loch von 19,2 Milliarden Franken in die Jahresrechnung gerissen.

In den letzten Jahren trug auch der Stabilisierungsfonds für die Grossbank UBS immer wieder zum Gewinn der SNB bei. Im ersten Semester 2013 weist die Deponie für toxische Wertpapiere von vor der Finanzkrise einen Gewinn von 830 Millionen Dollar aus. Davon wurden 316 Millionen Franken an den SNB-Gewinn angerechnet. Wie am Dienstag bekannt wurde, will die wiedererstarkte UBS den Fonds noch in diesem Jahr zurückkaufen.

SDA/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch