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«So eine Industrie kann schnell abstürzen»

«Ich hoffe, dass wir den Diesel nicht auf dem Gewissen haben»: VW-Chef Herbert Diess. Bild: Keystone

Herr Diess, wie sind Sie denn vom Bahnhof hierhergekommen?

Benzinbetrieben?

Als VW-Chef haben Sie einen ganzen Fuhrpark zur Verfügung – anders als normale deutsche Dieselbesitzer. Wie sollen die in die Städte fahren, wenn Fahrverbote kommen?

Aber die Stickoxidwerte in vielen Städten sind viel zu hoch.

Und deshalb braucht es keine Verbote?

Das Bild, das die Autoindustrie in der Diskussion vermittelt, wirkt aber auch nicht besonders ambitioniert. Wieso geben Sie nicht jedem, der einen schlechten Diesel hat, ein neues Auto?

Aber sollte nicht jeder den Dreck wegmachen, den er verursacht hat?

Das sagen Sie. Die Angeschmierten sind die Kunden: Nicht jeder kann schnell mal einen Neuwagen kaufen.

Dass der Diesel vielleicht keine Zukunft hat, liegt massgeblich an dem Betrug, den VW begangen hat.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen?

«Es ist sinnlos, Elektroautos zu bauen und sie dann mit Strom aus Braunkohle zu betreiben.»

Unlängst haben Sie gesagt: Nicht alles, was legal sei, sei auch legitim. Dann sehen wir interne Papiere, etwa von Audi aus dem Jahr 2008, in denen die Problematik der schlechten Luft in den Städten genau beschrieben ist. Reagiert hat niemand. Wie passt das zusammen?

Wir dachten, dann fahren wir E-Autos.

Im Hambacher Forst, wo Demonstranten gegen ein solches Kraftwerk ankämpfen, gehören Ihre Sympathien also den Kohlegegnern?

Wir stellen uns gerade vor, wie Sie im Hambacher Forst im Baumhaus sitzen und Plakate malen.

Und trotzdem sind Sie gegen harte CO2-Grenzwerte in Europa.

Zu sagen, «geht nicht, das kostet Jobs», klingt nach Erpressung – französische Hersteller wären einverstanden mit 40 Prozent Senkung. Und nun werden es 35 Prozent, darauf haben sich die EU-Umweltminister diese Woche geeinigt.

Hinter dem Flottenziel steht etwas Grösseres: der Klimaschutz. Sie gehen gern in die Berge, da sind die Folgen des Klimawandels deutlich zu spüren.

Knapp ein Fünftel des CO2-Ausstosses kommt vom Verkehr. Müsste die Autoindustrie nicht mehr tun?

Sie übertreiben. Sie haben doch gerade den «Dieselkompromiss» ausgehandelt und machen Milliardengewinne wie nie.

Es gibt üble Schlagzeilen über Audi– gefälschte Zulassungen in Südkorea. Wie sauer sind Sie auf Audi-Chef Rupert Stadler, der in U-Haft sitzt?

Mal ehrlich: Haben Sie sich den Job als VW-Chef leichter vorgestellt?