Zum Hauptinhalt springen

So sehen die 5G-Pläne von Sunrise aus

Die Nummer zwei im Schweizer Telecommarkt sieht das Jahr 2020 als geeigneten Zeitpunkt, um das schnelle 5G-Mobilfunknetz zu lancieren.

«Neue Antennen aufzustellen allein reicht nicht», sagt Sunrise-Finanzchef André Krause. Bild: Keystone
«Neue Antennen aufzustellen allein reicht nicht», sagt Sunrise-Finanzchef André Krause. Bild: Keystone

Den ehrgeizigen Zielen von Konkurrent Swisscom bei der frühen Markteinführung des Mobilfunkstandards der fünften Generation (5G) sieht Sunrise gelassen entgegen. «Neue Antennen aufzustellen allein reicht nicht. Der Kunde muss damit auch etwas anfangen können», sagte Sunrise-Finanzchef André Krause heute in Zürich bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2017. Krause reagierte damit auf die Ankündigung des Branchenführers, den Start von 5G auf Ende 2018 vorzuziehen. Das Surfen von unterwegs im Internet wird mit dem neuen Standard etwa 100-mal schneller als mit der aktuellen Spitzentechnologie 4G.

Sunrise-Chef Olaf Swantee rechnet damit, dass 5G-fähige Endgeräte im nächsten Jahr auf den Markt kommen. «Massentaugliche Smartphones» seien erst ab 2020 erhältlich. In zwei Jahren wolle Sunrise deshalb ein «starkes 5G-Netz» haben, sagte der gebürtige Holländer.

Bis es so weit ist, muss der Telecomanbieter mit seinen 2,3 Millionen Mobilfunkkunden aber noch zwei Hürden nehmen. Der Bund vergibt die nötigen Frequenzen für 5G erst im Spätherbst. Die zuständige Eidgenössische Kommunikationskommission hat vor, die Lizenzen zu versteigern. Die drei Schweizer Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Salt sind als Auktionsteilnehmer gesetzt.

«Das Vergabeverfahren sollte den Wettbewerb fördern»

Bei den Regeln für die Versteigerung hat Sunrise jedoch bei der Behörde Nachbesserungsbedarf angemeldet. «Das Vergabeverfahren sollte den Wettbewerb fördern», sagte Swantee. «Das tut das vorgeschlagene Auktionsformat jedoch nicht.» Womit Sunrise genau unzufrieden ist, wollte der Sunrise-Chef aus «taktischen Gründen» nicht verraten. Finanzchef Krause deutete einzig an, dass Obergrenzen für die zu vergebenden Frequenzen ein Streitpunkt sind. Solche Beschränkungen sollen verhindern, dass ein einzelner Bieter zu viel Spektrum kaufen kann. Sunrise befürchtet, dass die finanzstarke Swisscom die anderen Auktionsteilnehmer überbieten kann.

Für zusätzliche Unsicherheit sorgt das Parlament. Der Ständerat entscheidet am Montag in einem zweiten Anlauf, ob er die strengen Strahlenschutzwerte für Mobilfunkantennen lockert. Das ist aus Sicht der Mobilfunkbetreiber nötig, um 5G wirtschaftlich sinnvoll anbieten zu können. «Die Grenzwerte müssen angepasst werden. Sonst sind Tausende zusätzlicher Antennen nötig, um eine hohe Abdeckung mit 5G zu garantieren», sagte der Sunrise-Chef. Komplexe Bauvorschriften erschwerten es jedoch, Funkzellen an neuen Standorten zu errichten. Die Schweiz laufe Gefahr, dass sich die Einführung von 5G verzögere und das Land den Anschluss an die Digitalisierung verliere.

Internet der Dinge wird hochgefahren

Swantee kündigte an, bei günstigen Rahmenbedingungen 5G in drei Phasen auszurollen. Erst gelte es, «Gebiete mit hohem Datenaufkommen» zu entlasten. Der Sunrise-Chef meinte damit die grossen Städte, ohne jedoch konkrete Namen zu nennen. Dann sollen «Regionen mit schwachem Festnetz-Internet» dank 5G zu höheren Übertragungsgeschwindigkeiten kommen. Niedrige Bandbreiten sind oftmals auf dem Land vorzufinden. Schliesslich fährt Sunrise das sogenannte Internet der Dinge hoch. 5G gilt als wichtiger Treiber dafür, dass Maschinen, Geräte und Sensoren untereinander kommunizieren können. Das ist beispielsweise eine Voraussetzung dafür, dass selbstfahrende Autos funktionieren.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat Sunrise einen ausserordentlichen Gewinnsprung erzielt. Waren es im Vorjahr noch 87 Millionen, lag der Gewinn dank Antennenverkäufen 2017 bei 505 Millionen Franken. Der Umsatz sank aber um 2,2 Prozent auf 1,85 Milliarden Franken. Die Aktionäre sollen von einer höheren Dividende profitieren. Die 4 Franken pro Aktie sind eine Erhöhung um 20 Prozent. Weiter vermeldete das Unternehmen am Donnerstag ein Plus von 7,3 Prozent beim Kundenwachstum.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch