So viel verdienen die Kassenchefs

Fast alle grossen Kassen haben die Löhne ihrer Topmanager offengelegt. Die Chefs der CSS und der Helsana verdienen am meisten. Einer der grossen Krankenversicherer fehlt aber noch.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In der Welt der Krankenkassen dauert alles etwas länger. Im Gegensatz zu den börsenkotierten Firmen publizieren die meisten Kassen ihren Geschäftsbericht erst im April oder Mai. Die Berner KPT etwa hat ihre Zahlen für 2014 erst heute publiziert. Abgesehen von den Ergebnissen veröffentlichen die meisten Kassen mittlerweile auch die Angaben zu den Löhnen der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats.

Spitzenreiter bei den Managerlöhnen ist die Luzerner CSS, die gleichzeitig aber auch die grösste Krankenversicherung in der Schweiz ist, zumindest wenn man auf die Zahl der Versicherten abstützt. Der Vorsitzende der Konzernleitung, Georg Portmann, erhielt für 2013 rund 770'000 Franken. Darin enthalten sind auch die Vorsorgebeiträge von 87'000 Franken und nicht näher definierte sonstige Bezüge von 36'000 Franken. Rund 100'000 Franken weniger erhält Helsana-Chef Daniel Schmutz. Dies obwohl die Helsana nur gerade rund 6 Prozent weniger Grundversicherte zählt.

Spekulationen bei der Groupe Mutuel

Von der Nummer drei, der Groupe Mutuel, sind noch keine Zahlen vorhanden. Die Kasse mit Sitz in Martigny wird die Managerlöhne im Geschäftsbericht veröffentlichen, der am 10. Juni erscheint. Vergangenen November schrieb die «Aargauer Zeitung», dass der ehemalige Chef Pierre-Marcel Revaz rund 2,2 Millionen Franken verdient haben soll, also massiv mehr als die Chefs seiner Konkurrenten. Die Groupe Mutuel kommentierte diesen Bericht nicht. Eine frühere Schätzung der Zeitung, wonach Revaz über eine Million Franken verdient, hatte der Versicherer zurückgewiesen. Über den Lohn von Revaz wird man vermutlich aber nichts erfahren. Denn veröffentlicht wird lediglich der Lohn des amtierenden Chefs Paul Rabaglia.

Vergleichsweise hoch sind die Lohnsummen der Kassen von Swica, Concordia, Sanitas und KPT. Sie zahlen ihren Geschäftsleitungsmitgliedern und Verwaltungsräten insgesamt zwischen 2,8 und 3,2 Millionen Franken. Dies ist zwar weniger, als die Spitzenreiter CSS und Helsana ihren Topmanagern bezahlen. Jedoch sind die Swica, Concordia und Co. auch bedeutend kleiner. Die Concordia ist etwa nicht einmal halb so gross wie Helsana und CSS, zumindest wenn man auf die Zahl der Grundversicherten abstützt.

Transparenz wird ab 2016 verordnet

Auffallend hoch im Vergleich zu ihrer Grösse sind die Bezüge von Sympany und ÖKK. Dies dürfte auf die Trennung zurückgehen, aus der die beiden Versicherer 2008 hervorgegangen sind. Mit der Trennung ist der Versichertenbestand der beiden Kassen gesunken, die Vergütungen dürften jedoch trotz der Verkleinerung nicht nach unten angepasst worden sein.

Mittlerweile veröffentlichen fast alle grossen Krankenversicherer die Löhne ihrer Führungsgremien. Das war nicht immer so und geht auf mehrere Entwicklungen zurück. So ist die erhöhte Transparenz bei den Managerlöhnen schon länger ein Thema. Die börsenkotierten Unternehmen veröffentlichen schon seit einigen Jahren detaillierte Zahlen zu den Vergütungen. Die Firmen haben damit auf den öffentlichen Druck reagiert, der durch teils exzessive Managerlöhne entstanden ist. Dies hat wiederum den Gesetzgeber dazu bewogen, die erhöhte Transparenz ins Gesetz zu schreiben.

Ähnlich verhält es sich nun bei den Krankenkassen. Per 1. Januar 2016 tritt das neue Aufsichtsgesetz über die Krankenkassen in Kraft. Darin ist die Offenlegung der Vergütungen vorgeschrieben. Die Kassen müssen also mit dem Geschäftsbericht für das Jahr 2016 ohnehin ihre Managerlöhne offenlegen. Die Versicherer nehmen mit der Veröffentlichung also nur vorweg, was sie ohnehin bald tun müssen.

Erstellt: 18.05.2015, 14:16 Uhr

Artikel zum Thema

SP droht trotz Niederlage mit der nächsten Kassen-Initiative

Die SP verlangt, dass die Krankenkassen die Jagd nach guten Risiken beenden. Andernfalls hat die Partei bereits neue Pfeile im Köcher. Mehr...

Wo die Krankenkassenprämien am meisten steigen

Die Prämien für die Krankenkassen werden im kommenden Jahr um vier Prozent teurer. Am härtesten trifft es Nidwalden. Mehr...

Bund rüffelt Krankenkassen wegen Comparis-Trick

Mit einem Kniff versuchen einige Krankenkassen, im Internet nur diejenigen Kunden anzulocken, die eine hohe Franchise zahlen. Der Bund kritisiert das Vorgehen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Kommentare

Blogs

Geldblog Negativzinsen: Was soll das?
Mamablog Steinigung der Instagram-Mütter

Die Welt in Bildern

In allen Farben: Die Saint Mary's Kathedrale in Sydney erstrahlt in ihrem Weihnachtskleid. (9. Dezember 2019)
(Bild: Steven Saphore) Mehr...