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Sommer im Winter – die Top-Destinationen der Schweizer

Der Franken ist stark, Ferien im Ausland sind günstig. Davon profitieren vor allem die Kunden. Wohin an die Wärme die Schweizer in diesem Winter ziehen, verraten die drei grössten Reiseveranstalter der Schweiz.

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Die kalte Saison hat Einzug gehalten, und viele Schweizer machen sich für Wintersportferien in und um die Schweiz bereit. Nicht wenige zieht es jedoch in wärmere Gefilde, damit sie eine Verschnaufpause im doch relativ langen Schweizer Winter einlegen können. Solche Auslandsreisen sind momentan – angesichts des starken Frankens – vergleichsweise günstig zu haben. So erstaunt es nicht, dass die Reiseveranstalter einen guten Start in die Wintersaison hatten.

Bei Kuoni ist der Winter «sehr gut» angelaufen, wie Sprecher Peter Brun sagt. «Die Buchungen liegen über Vorjahresniveau.» Weil die Weihnachts- und Neujahrstage diesmal sehr günstig lägen für die Arbeitnehmer, seien die Buchungen für diese Zeit bereits gut. Bei Hotelplan bewegt man sich laut Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir im Bereich des Vorjahres, während TUI-Suisse-Sprecher Roland Schmid einen «erfreulich positiven» Buchungseingang vermeldet.

Mehr Kunden, aber weniger Umsatz

Die Preissenkungen fallen deutlich aus: Einige Angebote von Hotelplan sind bis zu 20 Prozent günstiger als in der letzten Wintersaison, die meisten um die 10 Prozent – «obwohl das Verhältnis zwischen Euro und Franken stabil ist und der Dollar gegenüber dem Schweizer Franken an Stärke gewonnen hat», so Huguenin. Ein weiterer Grund für die Preisreduktionen seien die stetigen Nachverhandlungen mit Geschäftspartnern wie Hoteliers und Airlines. So könne man die günstigeren Preise durch Sonderangebote den Kunden weitergeben.

Auch bei TUI ist der durchschnittliche Verkaufspreis um bis zu 10 Prozent gesunken, was laut Schmid auch auf die Frühbucherpreise zurückzuführen ist. Reges Reiseinteresse erwartet Kuoni bei 5 bis 10 Prozent günstigeren Pauschalreisen. «Für eine konkrete Aussage ist es allerdings noch zu früh, da tendenziell kurzfristiger gebucht wird», so Brun. So positiv die günstigeren Preise für diese Wintersaison aus Kundensicht sind – «für uns als Reiseveranstalter ist dies umsatzmässig weniger erfreulich», bringt es Huguenin auf den Punkt.

Ägypten und Tunesien erholen sich

Bei allen drei Reiseveranstaltern sind diesen Winter besonders die Kanarischen Inseln und Thailand gefragt. Auch die Karibik, unter anderem mit der Dominikanischen Republik und Kuba, sowie der Indische Ozean sind hoch im Kurs. Zufrieden sind die Veranstalter ausserdem mit den Buchungen für Arabien, Ozeanien und diverse Destinationen in Südostasien. Bei Hotelplan laufen zudem die Winterferien in Kittilä, Lappland, gut. In der Vorweihnachtszeit sind laut Roland Schmid von TUI Suisse zudem Kurz- und Städtereisen sehr beliebt, wenn es ums Einkaufen geht. Besonderes populär seien etwa Berlin, New York oder London bei den Flugreisen sowie Paris, Mailand, München oder Strassburg bei den Bahnreisen. Für die Zeit über Weihnachten und Neujahr rät Peter Brun von Kuoni, die Reisen «unbedingt jetzt» zu buchen. An anderen Daten dieses Winters gebe es bei Kuoni genügend Kapazitäten für alle Destinationen.

Nachdem 2011 viele Touristen Ägypten und Tunesien wegen des arabischen Frühlings gemieden haben, zieht es dort seit einigen Monaten bei allen drei Reiseveranstaltern wieder an: Ägypten liegt bei Kuoni leicht über dem Vorjahr, nachdem die Zuwachsrate bereits letzten Winter mit 150 Prozent sehr hoch war. Das Niveau von vor der Revolution ist laut Sprecher Brun jedoch noch nicht erreicht. Hotelplan bietet diesen Winter nur zwei statt vier Charterflüge nach Ägypten an, weshalb die Buchungszahlen erwartungsgemäss hinter der Vorjahresperiode sind. Tunesien hat sich laut Sprecherin Huguenin jedoch erholt: Der Zuwachs liegt im zweistelligen Bereich, und die Destination gehört zu den Top 5 bei Hotelplan. Abschliessend meint Huguenin: «Die Lust auf Ferien – vielleicht auch wegen des bereits eingetroffenen Winters – ist da.»

Erstellt: 08.11.2012, 14:37 Uhr

Ein Herbst-Rückblick

Die drei grössten Reiseveranstalter der Schweiz sind insgesamt zufrieden mit der abgeschlossenen Sommer- und Herbstsaison. Bei Kuoni, der Nummer 1 der Branche, führte vor allem das schlechte Wetter im Juli zu einem deutlichen Anstieg an Last-Minute-Buchungen, wie Sprecher Peter Brun auf Anfrage sagt. «Insbesondere unsere Internetseiten profitierten stark davon und verzeichneten allein im Juli und August Zuwachsraten von 25 Prozent.» Auch die Nummer 2, Hotelplan, erlebte «einen Run auf Last-Minute-Schnäppchen» im Sommer und Herbst. Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir führt dies ebenfalls speziell auf das Regenwetter im Juli und zu Beginn der Herbstferien zurück. Die Passagierzahlen stiegen bei Hotelplan leicht, doch währungsbedingt ging der Umsatz zurück. Bei TUI Suisse, dem drittgrössten Reiseveranstalter in der Schweiz, gab es diesen Sommer und Herbst 13 Prozent mehr Gäste, der Umsatz stieg um 5 Prozent. Laut Sprecher Roland Schmid waren besonders die Kurz- und Städtereisen im Herbst sehr beliebt.

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