Standort Winterthur verliert 87 Industrie-Jobs

Rieter gibt in Winterthur die Montage von Maschinen auf.

Montiert wird hier künftig nicht mehr: Standort Winterthur des Rieter-Konzerns. Foto: Marc Dahinden

Montiert wird hier künftig nicht mehr: Standort Winterthur des Rieter-Konzerns. Foto: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Industriekonzern Rieter hat 2019 schlechte Zahlen erwirtschaftet und baut nun weltweit knapp 180 Stellen ab. Am Hauptsitz in Winterthur wird die Montage von Maschinen aufgeben.

Dadurch fallen in Winterthur voraussichtlich 87 Stellen weg, wie Rieter am Mittwoch mitteilte. Aktuell beschäftigt das Unternehmen in der Schweiz 980 Angestellte. Sparmassnahmen inklusive Jobabbau sind ausserdem an Standorten in Deutschland, Holland und Tschechien geplant. Schon im letzten Jahr hatte das Unternehmen rund 5 Prozent der Belegschaft abgebaut.

Hintergrund ist eine «Investitionszurückhaltung» der Kunden. So nahm der Umsatz 2019 um 29 Prozent auf 760,0 Millionen Franken ab. Der Bestellungseingang nahm zwar zu, allerdings primär wegen eines einzelnen Grossauftrags. Das Management spricht denn auch von einem insgesamt «niedrigen Bestellungseingang», der auch im ersten Halbjahr 2020 zu einem Umsatz- und Ergebnisrückgang führen werde.

Gründe für die Zurückhaltung der Kunden seien der Handelskonflikt zwischen den USA und China, Überkapazitäten in den Spinnereien sowie politische und ökonomische Unsicherheiten in Regionen, die für Rieter wichtig sind, so die Mitteilung weiter. Dies gilt etwa für die Türkei, wo der Umsatz um satte 57 Prozent einbrach.

Gewinn dank Verkauf positiv

Die genauen Gewinnzahlen wird Rieter zwar erst am 10. März veröffentlichen. Gleichwohl werden bereits ziemlich genaue Angaben gemacht. So werde die Betriebsgewinn-Marge (Ebit) bei rund 11 Prozent und die Reingewinnmarge bei rund 7 Prozent erwartet.

Somit dürfte ein Reingewinn von gut 50 Millionen Franken resultieren. Diese Kennzahl wurde jedoch massgeblich durch einen Sondereffekt positiv beeinflusst. So spülte der Verkauf eines nicht mehr benötigten Fabrikareals im deutschen Ingolstadt bekanntlich rund 60 Millionen Euro in die Kassen. Ohne diesen Effekt hätten somit rote Zahlen resultiert.

Gleichwohl will Rieter investieren. Das Unternehmen hofft, noch im laufenden Jahr mit dem Bau des sogenannten «Rieter Campus» in Winterthur beginnen zu können. Dieser umfasst ein neues Kunden- und Technologiezentrum sowie ein Verwaltungsgebäude. (cpm/sda)

Erstellt: 29.01.2020, 08:09 Uhr

Update folgt...

Artikel zum Thema

Schweizer Maschinenindustrie brechen Aufträge weg

Die Auftragsbücher der MEM-Industrie sind im zweiten Quartal um knapp 20 Prozent weniger gefüllt. Zwei Gründe. Mehr...

Winterthur ist einfach kein Gradmesser

Der EHC Kloten schiesst gegen das ehemalige Partnerteam sieben Tore. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Buntes Treiben: Mit dem Schmutzigen Donnerstag hat auch die Luzerner Fasnacht begonnen. Am Fritschi-Umzug defilieren die prächtig kostümierten Gruppen und Guggen durch die Altstadt. (20. Februar 2020)
(Bild: Ronald Patrick/Getty Images) Mehr...