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Starbucks zahlt in der Schweiz keine Steuern

Umstrittene Steueroptimierung: Laut einem Bericht versteuert die US-Kaffeehauskette Starbucks in der Schweiz ein Einkommen von null Franken.

Beschäftigt in der Schweiz 700 Mitarbeiter in 47 Filialen: Das Starbucks-Logo bei der Niederlassung in Luzern.
Beschäftigt in der Schweiz 700 Mitarbeiter in 47 Filialen: Das Starbucks-Logo bei der Niederlassung in Luzern.
Keystone

Das Geschäft mit dem Kaffee boomt. 13,3 Milliarden Dollar setzte Starbucks im letzten Jahr weltweit um. Aber in der Schweiz erwirtschaftete das Unternehmen in den letzten vier Jahren keinen Gewinn – dies glaubt zumindest das Steueramt in Volketswil. Wie die «Handelszeitung» mit Verweis auf die Steuerauszüge berichtet, zahlt Starbucks keine Einkommenssteuern in der Schweiz. Dies bei 47 Niederlassungen und rund 700 Mitarbeiter hierzulande.

Ganz leer ging die Gemeinde aber nicht aus: Weil Starbucks Coffee Switzerland ein Vermögen von 6,3 (2008), 6,4 (2009) und 7,4 (2010) Millionen auswies, überwies das Unternehmen Volketswil geschätzt 30'745 Franken an Staats- und Gemeindesteuern für drei Jahre.

Umsatzanstieg von vier Prozent

Die Reaktion von Starbucks fällt dünn aus: «Wir kooperieren vollständig mit den zuständigen Schweizer Steuerbehörden» , sagt ein Sprecher gegenüber der «Handelszeitung». Die Rechtslegung werde stets von unabhängiger Stelle geprüft und sei in Übereinstimmung mit der Schweizer Gesetzgebung.

Starbucks bestätigt die günstigen Steuerkonditionen in Volketswil. «Wir besitzen seit Juli 2011 insgesamt 100 Prozent des Schweizerischen Aktienkapitals und schreiben seit 2009 schwarze Zahlen. In den ersten Jahren unserer Geschäftstätigkeit resultierten wegen der Investitionen und des Aufbaus des Geschäfts jedoch Verluste», teilt das Unternehmen laut der Zeitung mit. Ein ehemaliges, hochrangiges Mitglied von Starbucks Schweiz widerspricht jedoch: «Wir konnten in der Schweiz positive Ergebnisse erwirtschaften.»

Die Politik ist schuld

Die Schweiz ist nicht das einzige Land, in dem Starbucks mit seiner umstrittenen Steuerstrategie für Wirbel sorgt. Auch in Grossbritannien geriet die Kaffeehauskette deswegen unter Beschuss. 2012 präsentierte das Unternehmen dort rote Zahlen – trotz eines Umsatzanstiegs von vier Prozent auf umgerechnet 592 Millionen Franken.

Steuerexperte Christian Keuschnigg gibt der Politik die Schuld, die solche Fälle von Steueroptimierung erst möglich macht. «Die internationale Steuergemeinschaft tut sich schwer damit, sich in Steuerfragen zu koordinieren», sagt er. In seinen Augen wäre es die gemeinsame Aufgabe der Staate vernünftige steuerliche Rahmenbedingungen für fairen Steuerwettbewerb bereitzustellen und sich nicht gegenseitig durch Schlupflöcher steuerbare Gewinne abzujagen.

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