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Star-Investor Paulson verspekuliert Milliarden

Als andere alles verloren, scheffelte John Paulson Milliarden. Nun ist seine Glückssträhne gerissen. Der Hedgefonds-Manager hat ein Vermögen in den Sand gesetzt – und Besuch von Demonstranten bekommen.

Grölend ziehen die Aktivisten von Occupy Wall Street der Wall Street entlang und fordern, dass der Kapitalismus ein Ende hat. Wie «Spiegel online» berichtet, endete einer der Protestmärsche vor zwei Tagen direkt vor dem Haus des milliardenschweren Managers John Paulson. Die Massen zogen nicht ab, ohne Paulson ein Präsent zu hinterlassen: einen überdimensionalen, fiktiven Check über fünf Milliarden Dollar mit dem Verwendungszweck Steuerabschlag.

Das «Geschenk» traf Paulson. Denn fünf Milliarden Dollar sind beinahe die Summe, die der Hedgefonds-Manager zurzeit dringend bräuchte. Der 56-Jährige, der aktuell den 15. Platz auf der Liste der reichsten Amerikaner belegt, hat sich verspekuliert. Sein Unternehmen Paulson & Co. verlor in diesem Jahr mindestens sechs Milliarden Dollar, manche reden sogar von acht Milliarden Dollar.

Minus 46,7 Prozent in neun Monaten

Sein Gespür fürs grosse Geld war nicht immer so schlecht. Denn seinen grossen Reichtum – ein Privatguthaben von rund 15 Milliarden Dollar – verdankt Paulson der Finanzkrise. Er witterte sie früh, sagte nichts und setzte alles auf den Crash. Als die Krise kam, stand er als grosser Gewinner da, während andere alles verloren.

Jetzt gehört der Hedgefonds-Manager zu den Verlierern. Denn Paulson glaubte ganz fest an die Erholung der US-Konjunktur. Als diese ausblieb, schmierte seine Fonds ab. Wie «Spiegel online» unter Berufung auf mehrere Wirtschaftsmedien berichtet, gab sein Vorzeigefonds Advantage Plus alleine im September 19,4 Prozent ab – seit Jahresbeginn betrug der Verlust sogar 46,7 Prozent.

Ungehörte Rechtfertigung

Trotz seiner misslichen Situation knöpfte sich Paulson die Demonstranten nach ihrer Aktion vor seinem Zuhause vor. Die reichsten New Yorker würden mehr als 40 Prozent der gesamten Einkommenssteuer in der Stadt zahlen, schrieb er in einem offenen Brief. Es sei unfair, die Reichen zu verunglimpfen. Die Menschen auf den Strassen störte dies wenig. Sie übertönten Paulsons Rechtfertigung mit ihrem Grölen.

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