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Steinbrück fordert Rücktritt der Hypo-Führung

«Ich halte es für undenkbar, dass mit dem jetzigen Management der Immobilienbank Hypo Real Estate weiter zusammengearbeitet wird», sagte Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück.

Rasche Rücktritte der HRE-Chefs gefordert.

Die Bundesregierung schnürte am Wochenende mit Bundesbank, Finanzaufsicht und der Finanzbranche in aller Eile ein weiteres Rettungspaket für die Bank, nachdem am Samstag bekannt geworden war, dass die Finanzierungslücke grösser ist als bislang bekannt.

In der Nacht stockte der Finanzsektor seinen Kredit für die Hypo Real Estate auf 50 Milliarden Euro. Der Bürgschaftsrahmen des Bundes blieb bei 35 Milliarden Euro, also der Summe, die schon für das erste Rettungspaket zugesagt worden war.

Alle am Rettungspaket Beteiligten aus der Finanzbranche drängten nun auf eine Ablösung des Vorstands und auch des Aufsichtsratschefs Kurt Viermetz, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende am Montag in Berlin. Die kurzfristige Offenlegung des neuen Milliardenlochs bei dem DAX-Konzern habe bei ihm, Kanzlerin Angela Merkel und auch den Banken «einigermassen Entsetzen» ausgelöst, sagte der Minister.

Steinbrück monierte, dass nun Verantwortung für Managementfehler auf die Politik abgeschoben und diese geradezu «in den Schraubstock» gezwungen werden solle. «Darüber kriegt man schon einen dicken Hals», schimpfte er. Die Aufstellung des nunmehr zweiten Hilfspakets in Milliardenhöhe für den Münchner Immobilienfinanzierer sei aber unumgänglich gewesen, um «unabsehbare Folgen» für das Finanzsystem in Deutschland und Europa zu verhüten.

Steinbrück kritisierte, dass das Management des Münchener Konzerns ihn trotz der zugesagten Staatsbürgschaft von 26,6 Milliarden Euro vergangene Woche mit einem anwaltlichen Schreiben bedacht habe. Darin wird Steinbrück firmenschädigendes Verhalten vorgeworfen, weil er zunächst als Endziel eine «Abwicklung» der Hypo Real Estate genannt hatte, und nicht von einer geordneten «Verwertung» von Vermögen gesprochen hatte. Dieser Vorwurf sei «ungeheuerlich», sagte Steinbrück. «Darauf lasse ich mich nicht ein.»

ap/sda/vin

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