«Dann muss Joe Ackermann weg»

Der Historiker Hans-Ulrich Wehler kritisiert den Chef der Deutschen Bank für seine Geschäftsführung. Nehme er jetzt Staatsgelder an, müsse er zurücktreten.

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Josef Ackermann habe der Deutschen Bank bis vor kurzen eine Rendite von 25 Prozent verordnet. Das sei «aberwitzig» und führe zu einem von Habgier und Fahrlässigkeit geprägten Geschäftsklima, sagt Wehler in einem Gespräch mit stern.de.

Der Historiker ist empört über die Mentalität der Bankmanager und fordert Konsequenzen: «Wenn die Politik die Banken jetzt zum Teil verstaatlicht, wäre es geboten, einen radikalen Wechsel auf den Führungsetagen zu machen.» Wenn die Deutsche Bank Staatsgelder in Anspruch nehmen sollte, «müssen Ackermann und der gesamte Vorstand weg». Dies sei schon alleine wegen der politischen Wirkung nötig.

Es dürfe auch nicht sein, dass man Ackermann in drei Jahren wieder «aus seiner Schweizer Hütte» zurückhole. Die Finanzmärkte müssten geregelt werden.

Steinbrück fordert Banken auf, Staatshilfe anzunehmen

Im selben Interview lobt Wehler auch den deutschen Finanzminister Peer Steinbrück, der immer wieder daran erinnere, dass nicht die Gesamtwirtschaft vor einem Kollaps stehe. Steinbrück sei «ein sehr kühler, aber glänzender Ökonom».

Pikanterweise warnte dieser Steinbrück gerade heute mit Seitenhieb auf Joe Ackermann, Bankmanager sollten nicht aus falschem Prestige-Denken staatliche Hilfen verweigern. «Ich hielte es für unverantwortlich, wenn ein Bankvorstand den Schutzschirm des Staates nicht in Anspruch nehmen und so vorsätzlich einen Zusammenbruch seines Instituts in Kauf nehmen würde», sagte der Minister der «Bild am Sonntag».

(oku)

Erstellt: 26.10.2008, 13:40 Uhr

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