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Streit zwischen Digitec Galaxus und Twint eskaliert

Der grösste Schweizer Onlineshop und die Bezahllösung der Schweizer Banken liegen sich öffentlich in den Haaren – es geht um die Höhe der Gebühren.

Jorgos Brouzos
Eine Bestellung bei Digitec Galaxus kann nicht mehr mit Twint bezahlt werden. Foto: Gaetan Bally (Keystone)
Eine Bestellung bei Digitec Galaxus kann nicht mehr mit Twint bezahlt werden. Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Bei Digitec Galaxus lässt sich per sofort nicht mehr mit der Schweizer Bezahllösung Twint bezahlen. «Per Ende Februar hat uns der Schweizer Zahlungsdienstleister Twint seinen Service abgeschaltet», schreibt Digitec-Galaxus-Sprecher Alex Hämmerli auf der Seite des Onlinehändlers. Twint habe Digitec Galaxus eine Zahlungsgebühr aufzwingen wollen, die bei einem Vielfachen des bisherigen Preises liege. «Wir haben uns geweigert, die Offerte anzunehmen», so Hämmerli. Schliesslich hätte der Händler die Mehrkosten auf die Kunden abwälzen müssen. Digitec Galaxus gehört zur Migros und erzielte im letzten Jahr mehr als 1 Milliarde Franken Umsatz – damit ist das Unternehmen klarer Marktführer in der Schweiz.

Twint, hinter der Bezahllösung stehen die grössten Schweizer Banken, widerspricht deutlich. «Die veröffentlichten Behauptungen von Digitec Galaxus sind falsch und irreführend», so Twint in einer Mitteilung. Tatsache sei, dass Twint zu den Zahlungsmitteln mit den tiefsten Transaktionsgebühren gehöre. Damit sei Twint günstiger als viele Zahlungsmittel, die auch Digitec Galaxus im Angebot habe. Damit sind wohl die Kreditkarten gemeint, die für viele Händler teuer sein können – je nachdem, welche Gebühren sie mit den Bezahlanbietern aushandeln. «Wir sind weiterhin offen, mit Digitec Galaxus über eine faire Entgeltung unserer Services zu sprechen», sagt Markus Kilb, Chef von Twint.

Es ist ein überraschender Streit. Denn Digitec Galaxus ist der wichtigste Onlinehändler der Schweiz und hat früh auf Twint gesetzt. «Wir entschieden uns 2015 für Twint, weil das Unternehmen mit dem Anspruch antrat, sich als günstiges alternatives Zahlungsmittel zu etablieren», so Hämmerli.

Twint hatte damals einen holprigen Start, doch in den letzten Monaten besonders bei Onlineshops an Terrain gewonnen, während die Nutzung an der Ladenkasse zweitrangig ist. Wenn die Bezahllösung nun beim Onlineshoppen nicht mehr funktionieren sollte, wäre das ein herber Rückschlag für Twint. Es wäre aber nicht überraschend, wenn sich die unterschiedlichen Lager bald wieder finden würden. Denn das Aushandeln der Tarife zwischen Händlern und Anbietern von Bezahllösungen ist ein fortwährender Kampf – der mitunter auch vor Wettbewerbsbehörden oder dem Richter endet. Denn was für den Bezahlanbieter die Einnahmen sind, frisst dem Detailhändler die Marge weg.

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