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Stürme verblasen ABB den Gewinn

ABB mit Gewinnwarnung: Das Ergebnis des Industriekonzerns wird mit rund 260 Millionen Dollar belastet. Grund dafür sind Stürme in der Nordsee. Die Aktie des Industriekonzerns taucht leicht ab.

Restrukturierungskosten und Projektverzögerungen: Logo auf einem Gebäude der ABB.
Restrukturierungskosten und Projektverzögerungen: Logo auf einem Gebäude der ABB.
Keystone

Einen Tag nach dem französischen Rivalen Alstom verärgert auch der Industriekonzern ABB die Anleger mit einer Gewinnwarnung. Stürme in der Nordsee haben das Quartalsergebnis zerzaust. Zudem führt der Konzern wegen der schwachen Auftragslage eine Restrukturierung durch.

Insgesamt musste ABB zusätzliche Kosten von 310 Millionen Dollar hinnehmen. Mit 260 Millionen Dollar sei der grösste Teil davon durch den Orkan Xaver entstanden, der im Dezember mit Windstärken von mehr als 220 Kilometer pro Stunde in der Nordsee gewütet habe, sagte der neue Konzernchef Ulrich Spiesshofer in einer Telefonkonferenz.

Dieser Sturm habe zu Verzögerungen bei Installationen und operativen Abläufen auf den Windkraftanlagen in der Nordsee geführt. So hätten mehrere Male Teams von Offshore-Windkraftanlagen ans sichere Land evakuiert werden müssen. «Ich nehme lieber einen Abschreiber in Kauf, als dass ich Menschenleben riskiere», sagte der seit vergangenem September amtierende Konzernchef.

Personalabbau unklar

Zudem sei die Sparte Energietechniksysteme durch operative Probleme belastet worden. Diese würden nun im Rahmen eines erweiterten Restrukturierungsprogramms angegangen. Denn der Auftragseingang in der Division Energietechniksysteme sei schwach. Man werde die Kapazitäten anpassen, sagte Spiesshofer.

In welchen Ländern und in welchem Umfang das Personal abgebaut werde, wollte Spiesshofer nicht genauer sagen. Man wolle vor allem weniger Temporärarbeit vergeben und die flexiblen Arbeitszeitmodelle nutzen. Der Abbau von Arbeitsplätzen sei die Ausnahme, betonte Spiesshofer. Die zusätzlichen Restrukturierungskosten würden sich auf 50 Millionen Dollar belaufen.

«Darüber hinaus entstanden ABB nicht-operative Aufwendungen für bestimmte ältere Sachverhalte des Konzerns», schreibt das Unternehmen, ohne Details zu nennen.

Es gebe gewisse Rechtsfälle und Zusatzbelastungen bei bereits vor Jahren aufgegebenem oder verkauftem Geschäft, sagte Finanzchef Eric Elzvik. Aus Gründen der Vertraulichkeit wollte er darauf nicht genauer eingehen.

Als Beispiel nannte Spiesshofer einen Flughafen in Südafrika, der ABB aus historischen Gründen gehörte. Nach langen Versuchen habe man ihn schliesslich dieses Jahr verkaufen können, sagte der ABB-Chef. Dabei habe der Konzern einen Abschreiber hinnehmen müssen.

Enttäuschendes Ergebnis

«Während die Performance von vier Divisionen im vierten Quartal unseren Erwartungen entsprach, sind die Schwierigkeiten in der Division Energietechniksysteme enttäuschend», sagte Spiesshofer. Deshalb könne ABB das Rentabilitätsziel für diese Division nicht erreichen.

Der Reingewinn des Konzerns werde im vierten Quartal 2013 auf rund 525 Millionen Dollar fallen, sagte Finanzchef Elzvik. Im Vorjahreszeitraum hatte ABB noch einen Reingewinn von 604 Millionen Dollar erzielt.

Insgesamt hatte sich der Reingewinn im Gesamtjahr 2012 auf 2,7 Milliarden Dollar belaufen. Die Zahlen für das Jahr 2013 wollte der Finanzchef noch nicht bekannt geben. Diese würden am 13. Februar veröffentlicht.

Aktie stürzt ab

Mit der Gewinnwarnung traf der Konzern die Anleger: An der Schweizer Börse stürzte der Titel bis zum Mittag um 4,4 Prozent ab. Derweil notierte der Gesamtmarkt SMI um 0,6 Prozent im Minus.

Analysten stuften in ihren ersten Kommentaren gemäss der Nachrichtenagentur AWP die Gewinnwarnung als nicht gravierend ein. Zwar seien die Zusatzkosten in der Division Energietechniksysteme ziemlich umfassend.

Ein Grossteil davon sei allerdings auf schlechtes Wetter zurückzuführen und habe deshalb einen einmaligen Charakter. Die anderen Geschäftsbereiche hätten sich hingegen im Rahmen der Erwartungen entwickelt, heisst es weiter.

SDA/mw

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