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Sultex schliesst Standort Rüti – 100 Stellen weg

Die Folgen der Kreditkrise treffen den Textilmaschinenbauer Sultex hart: Wegen massiven Einbrüchen auf dem weltweiten Markt für Webmaschinen baut die ehemalige Sulzer Textil 100 Stellen ab.

Produktion von Webmaschinen bei Sulzer Textil in Rüti ZH (aufgenommen 1996).
Produktion von Webmaschinen bei Sulzer Textil in Rüti ZH (aufgenommen 1996).
Keystone

Betroffen sind die Standorte in Zuchwil SO und Rüti ZH. Weil die Webmaschinenkäufer aufgrund der Finanzkrise keine Kredite mehr erhielten, sei die Nachfrage dieses Jahr um 70 Prozent eingebrochen. Eine weitere Reorganisation des Unternehmens sei daher unumgänglich, erklärte Sultex-Personalleiter Urs Schor am Donnerstag.

Treffen wird es in Rüti 60 bis 70 der rund 110 in der Administration tätigen Mitarbeiter. Ihre Stellen sollen bis im Frühling gestrichen werden. Die Arbeitsplätze der verbleibenden 40 bis 50 Mitarbeiter werden ins benachbarte Wetzikon verlegt. Der Standort Rüti wird geschlossen.

Am Produktionsstandort im solothurnischen Zuchwil fallen der Reorganisation bis zu 40 Stellen zum Opfer. Der am Donnerstag kommunizierte Stellenabbau ist indes nicht der erste dieses Jahr: Bereits im Sommer hat die ehemalige Tochtergesellschaft von Sulzer in Rüti 70 Stellen gestrichen.

Gar zu Kahlschlägen kam es in den Jahren 2003 und 2004: Damals strich Sultex zusammengezählt rund 700 Stellen. In einem Communiqué zeigte sich das Unternehmen am Donnerstag aber überzeugt davon, dass es dank der Reorganisation beim nächsten Wirtschaftsaufschwung gestärkt auftreten könne.

Überbrückung nicht möglich

Mit Massnahmen wie Kurzarbeit, dem Abbau von Überstunden und dem Ausleihen von Mitarbeitern an andere Firmen habe Sultex versucht, die Situation zu überbrücken, erklärte Schor weiter. «Wenn uns jemand die Garantie gäbe, dass sich die Marktlage in drei oder fünf Monaten bessert, würden wir gerne auf den Stellenabbau verzichten.»

Vom Stellenabbau nicht betroffen sind laut Sultex die Lehrstellen. Den Mitarbeitern, die entlassen werden müssen, sichert der Webmaschinenbauer den gleichen Sozialplan wie bei den vergangenen Entlassungswellen zu.

Fehlplanung vorgeworfen

Die Gewerkschaft Unia wirft der Unternehmensleitung in einem Communiqué Fehlplanung vor. Sultex habe im laufenden Geschäftsjahr die budgetierten Zahlen nur gerade zu 31 Prozent erreicht. Die Zeche dafür hätten nun die Angestellten zu bezahlen, so die Gewerkschaft.

Unia-Sekretär Beda Moor bezeichnete die vierte Abbau-Welle innert fünf Jahren von Sultex auf Anfrage als überstürzt. Das Unternehmen habe kein strukturelles Problem, es gelte lediglich, die Baisse-Phase zu überbrücken.

Statt Entlassungen fordert er Kurzarbeit und Alternativprojekte. So könnten etwa Ausbildungsoffensiven fürs Personal durchgeführt werden.

Sultex ist aus der ehemaligen Sulzer Textil hervorgegangen und gehört heute zur italienischen Familiengesellschaft Itema. Die Itema-Gruppe, welche Sulzer Textil im Jahr 2001 übernahm, umfasst 11 Unternehmen. Diese erzielten 2007 einen Umsatz von 653 Millionen Euro.

SDA/vin/bru

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