Sunrise erhält überraschende Unterstützung

Im hart geführten Kampf um die Übernahme von UPC kann Sunrise einen Erfolg vermelden.

Hat nun auch Liberty Global im Boot: Sunrise-Chef Olaf Swantee. Foto: Christian Beutler/Keystone

Hat nun auch Liberty Global im Boot: Sunrise-Chef Olaf Swantee. Foto: Christian Beutler/Keystone

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Nun erhält Sunrise auch von Seiten der UPC-Besitzerin Liberty Global Unterstützung für die geplante Übernahme des Kabelnetzbetreibers. So habe der Konzern mit Sitz in London sich bereit erklärt, die Kapitalerhöhung mit einem Betrag von bis zu 500 Millionen Franken zu unterstützen, teilte Liberty Global am Montag mit.

Geschehen soll dies durch den Kauf von handelbaren Bezugsrechten sowie den anschliessenden Kauf von neu ausgegebenen Aktien. Eine vollständige Nutzung der Bezugsrechte hätte deutliche Konsequenzen auf die Eigentümerstruktur von Sunrise. Zu aktuellen Marktpreisen würde Liberty Global dann nämlich einen Anteil von 7,8 Prozent am Schweizer Telekomkonzern halten.

Man habe sich aus diesem Grund darauf geeinigt, dass der britische Breitbandkonzern bei Sunrise einen Sitz im Verwaltungsrat erhalten werde, falls der Liberty-Anteil an Sunrise 5 Prozent übersteigen sollte, heisst es in dem Communiqué.

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Ansonsten gebe es keine Änderungen an der Struktur der geplanten Kapitalerhöhung von 2,8 Milliarden Franken zu vermelden. Durch den Schritt sowie durch eine höhere Verschuldung will Sunrise den Kaufpreis von insgesamt 6,3 Milliarden Franken für UPC stemmen. Ursprünglich wollte Sunrise eine Kapitalerhöhung von 4,1 Milliarden Franken durchführen. Diese Pläne hat das Telekomunternehmen inzwischen revidiert.

Eine Beteiligung von UPC am Deal - wie nun angekündigt - war von verschiedener Seite her schon länger gefordert worden. Mit der Übernahme von UPC vom Kabelriesen Liberty Global will Sunrise Marktanteile gewinnen und damit dem Marktführer Swisscom zu Leibe rücken.

Man begrüsse die Beteiligung von Liberty Global an der Kapitalerhöhung, da dies die «überzeugende strategische und finanzielle Begründung» der Übernahme unterstreiche, wurde nun Sunrise-VRP Peter Kurer in einer separaten Meldung vom Montagmorgen zitiert. Dadurch werde letztlich auch das für den Zukauf notwendige finanzielle Engagement der bisherigen Sunrise-Aktionäre verringert.

Glass Lewis für den Deal

Erst am Sonntagabend verschickte Sunrise ein Communiqué, gemäss dem der Stimmrechtsberater Glass Lewis sich nach «zRating» und Ethos hinter die Kapitalerhöhung für die Übernahme von UPC Schweiz stellt. Man begrüsse die Unterstützung der Stimmrechtsberater zur Kapitalerhöhung, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Das Management von Sunrise empfehle den Aktionären daher weiterhin «dringend», der vorgeschlagenen Kapitalerhöhung von 2,8 Milliarden Franken zuzustimmen. Dennoch gibt es weiter Widerstand gegen den UPC-Deal. So will insbesondere der grösste Sunrise-Aktionär Freenet mit einem Anteil von 24,5 Prozent dagegen stimmen.


Der Sunrise-Chef glaubt an einen Sieg Olaf Swantee erklärt, wie er die umstrittene UPC-Übernahme über die Bühne bringen will und was der Milliarden-Deal bringt. (7. Oktober 2019, Abo+)

(red/sda)

Erstellt: 14.10.2019, 07:51 Uhr

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