Swatch eröffnet 220 Millionen Franken teuren Hauptsitz

Der Neubau des japanischen Stararchitekten Shigeru Ban mache die Stadt Biel attraktiver, sagte Konzernchef Nick Hayek an der offiziellen Eröffnung.

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Nick Hayek düpiert wieder mal alle. Für 12 Uhr ist der Akt vorgesehen, doch schon etliche Minuten vorher steht der Konzernchef der Swatch Group mit seiner Schwester, der Verwaltungsratspräsidentin Nayla Hayek, und dem japanischen Architekten Shigeru Ban vor dem berühmten Band, das es zu durchschneiden gilt, und hält auch schon eine Schere bereit. Helle Aufregung unter den Fotografen, hastig gruppieren sie sich um das Trio. Dieses verliert keine grossen Worte – und schon kurz darauf ist das Band durchschnitten. Die Fotografen möchten noch weitere Bilder machen, doch da ist der Architekt auch schon wieder verschwunden. Es ist sieben vor zwölf, es sind noch nicht einmal ganz alle geladenen Gäste eingetroffen.

Es ist also so weit, mehr als acht Jahre nach der Einladung zum Architekturwettbewerb und einige Monate nach der Inbetriebnahme wird an diesem Donnerstag der neue Hauptsitz der Uhrenmarke Swatch eingeweiht. Die Schlange, wie der Bau im Volksmund genannt wird, ist damit das letzte der drei Ban-Gebäude auf dem Areal, das fertiggestellt wurde – zugleich auch das teuerste und komplexeste. 220 Millionen Franken hat die Swatch Group für die drei Neubauten insgesamt investiert, «genau wie im Budget vorgesehen», betont Nick Hayek. 125 Millionen davon entfielen auf den Swatch-Sitz. «Nichts an diesem Gebäude ist ab Stange», sagt Hayek.

Auch für den Architekten Shigeru Ban ist die Bieler «Schlange» etwas Besonders: Der Swatch-Sitz sei für ihn nichts weniger als sein Lebensprojekt und «ein Geschenk an die Menschen in Biel». Ein solch komplexer Holzbau sei so oder so ohnehin nur in der Schweiz möglich: «Sie ist das am weitesten entwickelte Land für Holzbau.» Knapp 2000 Kubikmeter Holz sind nun verbaut, in zwei Stunden ist dieses Material im Wald wieder nachgewachsen, und zwar allein im einheimischen.

Keine Angst vor Konkurrenz

Die Strahlkraft des neuen Prunkbaus jedenfalls ist gross, das stellt die Swatch Group nicht nur anhand der Besucher der neuen Uhrenmuseen fest, sondern auch im Bewerbungsprozess: «Wir haben kein Problem, mit Zürich oder Mailand zu konkurrieren», sagt Nick Hayek, «wir verzeichnen viele Anfragen junger Leute aus aller Welt, die sich von dieser Kreativität angezogen fühlen.»

Der Prunkbau aus der Vogelperspektive. (Video: Keystone-SDA)

Erstellt: 03.10.2019, 16:07 Uhr

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