Swatch legt 2018 zu – und verliert an Schwung

Der Schweizer Uhrenkonzern schloss das vergangene Jahr positiv ab. Aber im vierten Quartal schwächte sich die Dynamik spürbar ab.

Eine Zigarre fürs Gemüt: Swatch-CEO Nick Hayek. (14. März 2018)

Eine Zigarre fürs Gemüt: Swatch-CEO Nick Hayek. (14. März 2018) Bild: Anthony Anex/Keystone

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Im vergangenen Jahr nahm der Nettoumsatz von Swatch um 6,1 Prozent auf 8,48 Milliarden Franken zu, wie das Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage von Kennzahlen mitteilte. Damit konnten die Bieler das hohe Wachstumstempo aus dem ersten Halbjahr, als die Verkäufe währungsbereinigt noch um knapp 13 Prozent zugelegt hatten, nicht bis zum Jahresschluss halten.

Die Bremsspuren waren klar stärker als Analysten erwartet hatte. ZKB-Analyst Patrik Schwendimann spricht etwa von einem «Weihnachtsquartal zum Vergessen» und stuft die Papiere prompt auf «Untergewichten» zurück. Und die Börse straft den Uhrenhersteller mit einem Minus von 6 Prozent im frühen Handel ab.

Die Mehrverkäufe bei Swatch schlugen zwar auch auf die Ergebnisseite durch, aber weniger als erhofft. Der Betriebsgewinn (Ebit) erhöhte sich um 15 Prozent auf 1,15 Milliarden Franken. Und so ging die Marge um 1,1 Prozentpunkte auf 13,6 Prozent nach oben. Im Halbjahr hatte jedoch noch eine Marge von 14,7 Prozent resultiert.

Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn in Höhe von 867 Millionen Franken nach 755 Millionen im Vorjahr. Den Aktionären will Swatch erneut mehr Geld ausschütten: Je Inhaberaktie soll eine Dividende von 8,00 Franken ( 50 Rappen) und je Namenaktie 1,60 Franken ( 10 Rappen) bezahlt werden.

Luxusmarken und Asien wachsen

Die Prestige- und Luxusmarken wie Blancpain, Omega oder Longines legten laut Swatch das stärkste Wachstum hin. Wegen Kapazitätsengpässen in der Produktion sei es bei den teuren Zeitmessern gar zu Lieferrückständen gekommen. Swatch geht davon aus, dass ein Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe verloren gegangenen ist.

Stark zugelegt hat Swatch auch in Asien, sowohl im Geschäft mit Händlern als auch mit den markeneigenen Shops. Im Schlussquartal habe sich aber die Nachfrage vor allem im Grosshandel deutlich abgeschwächt. Von einer positiven Entwicklung berichtet Swatch in Nordamerika, Europa habe ein «gemischtes Bild» gezeigt. In Frankreich etwa hätten die Gelbwesten-Unruhen das Geschäft belastet.

Guter Start ins 2019

Der Start ins neue Jahr sei geglückt, hielt Swatch fest. Im Januar sei die Gruppe verglichen mit dem sehr guten Vorjahresmonat gewachsen. Swatch rechnet 2019 mit einem positiven Verlauf, dies sowohl betreffend der Nachfrage als auch bei der Beseitigung der Kapazitätsengpässe in der Produktion.

Als Chance sieht Konzernchef Nick Hayek das Geschäft in China, auch wenn die Handelsturbulenzen zwischen China und den USA «störend bleiben». In China hat die Gruppe eine starke Position und in Japan möchte sie weitere Marktanteile dazugewinnen. (fal/sda)

Erstellt: 31.01.2019, 10:16 Uhr

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