Zum Hauptinhalt springen

Swatch trotzt dem starken Franken

Die Swatch Gruppe verzeichnet in den ersten sechs Monaten 2011 eine Gewinnsteigerung von 24,5 Prozent auf 579 Millionen Franken. Auch beim Umsatz konnte das Unternehmen rund 10 Prozent zulegen.

Präsentiert gute Zahlen: Die Swatch-Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Präsentiert gute Zahlen: Die Swatch-Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Reuters

Konzernchef Nick Hayek beklagte, dass die Schweiz nichts gegen den steigenden Frankenkurs unternehme. «Wenn die Tatenlosigkeit weitergeht, werden wir in diesem Jahr 800 Millionen bis eine Milliarde Franken Umsatz einbüssen», sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

Der operative Gewinn kletterte um 20,8 Prozent auf 756 Millionen Franken, wie Swatch am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz lag mit 3,36 Milliarden Franken 10,9 Prozent höher als im Vorjahr. Die operative Marge erhöhte sich von 21,8 Prozent auf 23,7 Prozent. Die Gruppe, der 19 Marken angegliedert sind, legte nach eigenen Angaben in sämtlichen Regionen zu.

Stärkstes Wachstum in der Produktion

Mit der Frankenstärke ist auch zu erklären, dass die Produktion von Uhrwerken und Komponenten mit 28 Prozent das stärkste Wachstum unter den einzelnen Segmenten verzeichnete. Weil diese Produkte fast ausschliesslich im Inland abgesetzt werden, gab es kaum Währungsverluste.

Die Sparte Uhren und Schmuck als Hauptpfeiler der Geschäftstätigkeit wuchs um 13,3 Prozent und generierte 2,91 Milliarden Franken Umsatz. Das Wachstum ist laut Swatch auf die Steigerung des Produktionsvolumens und die Breite der Produktpalette zurückzuführen. «Unsere Strategie war es immer, alle Segmente, vom untersten bis zum obersten, zu bedienen», sagte Hayek.

Swatch will Kapazität erhöhen

Neben dem starken Franken hatte Swatch auch mit hohen Rohstoffpreisen zu kämpfen. Ausserdem machten dem Konzern Engpässe in der Produktion zu schaffen, die höhere Absätze verhinderten. «Bei manchen Marken können wir zwanzig bis dreissig Prozent der Bestellungen nicht liefern», erklärte Hayek.

Zwar investierte der Konzern weiter in den Ausbau der Kapazitäten und will dies in Zukunft fortsetzen. Mit dem Wachstum der vergangenen Jahre könne man aber nicht so einfach mithalten, sagte Nick Hayek. «Wenn die Nachfrage so gross bleibt, dann werden wir sie auch 2012 noch nicht zu 100 Prozent befriedigen können.»

Vielversprechende Aussichten

Die Aussichten für die zweite Jahreshälfte sind gemäss der Gruppe vielversprechend. Die positive Entwicklung werde jedoch durch die Spekulation auf den Franken bedroht, sagte Hayek. Aus seiner Sicht wären geldpolitische Interventionen dringend nötig. «Die Nationalbank müsste ein Kursziel kommunizieren, und zwar glaubhaft», sagte er. «Das würde die Spekulanten abschrecken.»

An der Schweizer Börse wurden die Halbjahreszahlen positiv aufgenommen. Der Kurs der Swatch-Aktie stieg bis 11 Uhr um 1,4 Prozent gegenüber dem Vortag, während der Leitindex SMI mit 0,7 Prozent im Minus lag.

SDA/wid

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch