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Swatch-Sieg schockiert Tiffany-Chef

Swatch hat einen Rechtsstreit mit dem US-Juwelier Tiffany gewonnen. Ein Gericht hat entschieden, dass Tiffany dem Uhrenkonzern 402 Millionen Franken zahlen muss.

Niederlage vor Gericht: Laden von Tiffany & Co. an der Wall Street in New York.
Niederlage vor Gericht: Laden von Tiffany & Co. an der Wall Street in New York.

Swatch hat in einem jahrelangen Streit mit dem US-Schmuckkonzern Tiffany & Co. vor Gericht Recht bekommen. Für die gescheiterte Zusammenarbeit bei der Lancierung einer Tiffany-Uhr vor zwei Jahren müssen die Amerikaner laut einem Schiedsspruch in den Niederlanden 402 Millionen Franken Schadenersatz an den Ex-Partner zahlen.

Der Bieler Uhren- und Schmuckkonzern Swatch hatte am Sonntagabend berichtet, die Gegenklage von Tiffany auf 542 Millionen Franken sei vollumfänglich abgewiesen worden. Swatch hatte in dem Rechtsstreit Schadenersatz von 3,8 Milliarden Franken gefordert. Tiffany will das Urteil prüfen, wie die Firma mitteilte.

Aktie legt zu

Der Streit ging auf einen Zusammenarbeitsvertrag von 2007 zurück: Die beiden Unternehmen riefen gemeinsam die Uhrenmarke «Tiffany & Co» ins Leben – von Swatch hergestellte Uhren im mittleren Preissegment, die sowohl in Swatch- und Tiffany-Geschäften als auch über Dritthändler vertrieben werden sollten.

Die Geschäftsführung der 2008 für das gemeinsame Geschäft gegründeten Tiffany Watch übernahm Nayla Hayek, die heutige Swatch-Group-Verwaltungsratspräsidentin. Im September 2011 beendete Swatch die Zusammenarbeit mit Tiffany und warf dem US-Juwelier vor, die Entwicklung des Geschäfts systematisch behindert zu haben.

Analysten hatten eine Entscheidung zugunsten von Swatch erwartet. An der Börse legten die Titel des Unternehmens bis zur Mittagszeit um ein halbes Prozent zu.

Tiffany schockiert

Mit dem geforderten Schadenersatz sollte der Verlust des langfristig geplanten Geschäfts ausgeglichen werden. Weil die beiden Unternehmen sich auf einen Drittstaat als Gerichtsstand geeinigt hatten, hatte sich das Niederländische Schiedsgericht mit der Angelegenheit zu befassen.

Tiffany-Chef Michael Kowalski zeigte sich über das Urteil schockiert und enttäuscht. Seine Firma verfüge indessen über die nötigen Mittel, die Schadenersatzzahlung zu leisten.

Der US-Konzern werde nun 295 bis 305 Millionen Dollar zurückstellen müssen und kappe daher seine Jahresprognose für den Gewinn je Aktie um 2,30 bis 2,35 Dollar. Bisher hatte Tiffany 3,65 bis 3,75 Dollar Gewinn je Aktie in Aussicht gestellt. Die kurz- oder langfristigen Geschäftspläne seien durch das Urteil aber nicht betroffen.

Die weltweit bekannte Juwelier-Kette Tiffany wurde 1837 in New York gegründet. Ihr Geschäft an der Fifth Avenue wurde im Film «Frühstück bei Tiffany» («Breakfast at Tiffany's») mit Audrey Hepburn aus dem Jahre 1961 verewigt.

SDA/wid/bru

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