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Swatch-Tiffany-Liaison endet im grossen Streit

Swatch und Tiffany decken sich gegenseitig mit Klagen ein. Der Uhrenkonzern wirft dem US-Juwelier vor, die Entwicklung des gemeinsamen Geschäfts systematisch blockiert und verzögert zu haben.

Es hätte so schön sein können: Eine Uhr von Swatch und Tiffany. (Archivbild)
Es hätte so schön sein können: Eine Uhr von Swatch und Tiffany. (Archivbild)
AFP

Nach der gescheiterten Zusammenarbeit decken sich der Uhrenkonzern Swatch und der US-Juwelier Tiffany gegenseitig mit Schadenersatzklagen ein. Der Bieler Uhrenkonzern fordert 3,8 Milliarden Fr. von Tiffany, während das New Yorker Unternehmen mit einer Gegenklage rund 542 Millionen Fr. verlangt.

Das New Yorker Traditionshaus reagiert mit der Millionenklage auf einen von Swatch angestossen Rechtsstreit: Der Bieler Uhrenkonzern hatte Tiffany nach der Kündigung langfristiger Zusammenarbeitsverträge im September 2011 auf 3,8 Milliarden Fr. Schadenersatz verklagt.

Swatch wirft dem US-Juwelier vor, die Entwicklung des Geschäfts mit Tiffany-Uhren systematisch blockiert und verzögert zu haben. Mit der Klage will Swatch unter anderem für den entgangenen Gewinn entschädigt werden.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Tiffany sieht den Fehler allerdings beim Schweizer Konzern: «Swatch schaffte es nicht, die Tiffany-Uhren erfolgreich zu vertreiben», schreibt der New Yorker Juwelier auf seiner Webseite. Während Tiffany sich an die Abmachungen gehalten habe, müsse Swatch Tiffanys Rechte - betreffend die Markenpositionierung und das Produktedesign - ebenfalls respektieren.

Der Gegenforderung Tiffanys fehle «jegliche faktische und rechtliche Grundlage», teilte die Swatch Group am Montag mit. Das weltgrösste Uhrenunternehmen bestreitet die Gegenklage vollumfänglich.

Der Streit geht auf einen Zusammenarbeitsvertrag aus dem Jahr 2007 zurück: Die beiden Unternehmen riefen gemeinsam die Uhrenmarke «Tiffany & Co» ins Leben - von Swatch hergestellte Uhren im mittleren Preissegment, die sowohl in Swatch- und Tiffany-Geschäften als auch über Dritthändler vertrieben werden sollten.

Swatch hatte damals die Ankündigung der Zusammenarbeit als «historische Vereinbarung» bezeichnet. Für den aktiven Wiedereinstieg von Tiffany in den Uhrenmarkt sei die Swatch Group die denkbar beste strategische Partnerin, hiess es. Die Geschäftsführung der Tiffany Watch übernahm die heutige Swatch-Group- Verwaltungsratspräsidentin Nayla Hayek.

Streit um Vermarktung

Misstöne zur Zusammenarbeit zwischen der Swatch Group und Tiffany wurden etwa anlässlich der letztjährigen Baselworld laut. An der Uhrenmesse kritisierte Nayla Hayek die Vermarktung der Luxusuhren, die im Rahmen der Kooperation hergestellt wurden.

Im Vertrauen auf die langfristigen Verpflichtungen von Tiffany habe die Swatch Group «Millionen» in die Entwicklung, den Vertrieb und den Verkauf der Uhren investiert, schreibt der Bieler Uhrenkonzern. Die eigens für die Zusammenarbeit gegründete Firma Tiffany Watch müsse nun aufgelöst werden.

Anleger bleiben ruhig

Die Anleger liessen sich von den enormen Klagesummen nicht aus der Ruhe bringen: Die Swatch-Aktien gewannen 0,3 Prozent und notierten am Montagnachmittag bei 426,20 Franken, während der SMI 0,1 Prozent verlor.

«Katerfrühstück bei Tiffany», kommentierten die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in Anlehnung an den Titel des berühmten Films aus den 1960er-Jahren mit Audrey Hepburn in der Hauptrolle. Wenn überhaupt, dann dürfte Swatch etwas von Tiffany erhalten, glauben die ZKB-Analysten.

Die weltbekannte Juwelier-Kette Tiffany wurde 1837 in New York gegründet. Ihr Geschäft an der Fifth Avenue wurde im Film «Frühstück bei Tiffany» (»Breakfast at Tiffany's») mit Audrey Hepburn aus dem Jahre 1961 verewigt. Tiffany zählt 223 Geschäfte mit über 9000 Angestellten in 22 Ländern.

SDA/wid

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