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Airlines verweigern oft Entschädigungen

In einer Studie über Verspätungen wurden 51 Fluggesellschaften unter die Lupe genommen. Die Swiss schneidet im Rating nicht gut ab.

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Die Swiss lehnt immer noch gut 61 Prozent von legitim angestellten Anträgen ab. (Keystone/Christian Beutler/Archiv)
Die Swiss lehnt immer noch gut 61 Prozent von legitim angestellten Anträgen ab. (Keystone/Christian Beutler/Archiv)

Nach Flugausfällen oder Verspätungen haben Fluggäste unter gewissen Umständen Anspruch auf eine Entschädigung. Oft laufen die bei Airlines gestellten Anträge aber ins Leere, wie eine weltweit zu 51 Fluggesellschaften durchgeführte Studie des Fluggastrechte-Portals AirHelp zeigt.

Fällt ein Flug aus oder verspätet sich die Maschine durch das Verschulden der Airline um mindestens drei Stunden, dann hat der Fluggast Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. Die kann bis zu 600 Euro betragen, wie AirHelp am Freitag schreibt. Die Reisenden können das Geld sogar noch drei Jahre nach dem Flug rückwirkend bei der Airline in Rechnung stellen.

Im Durchschnitt werden laut AirHelp jedoch 58 Prozent der legitim gestellten Zahlungsansprüche abgelehnt. Namhafte Airlines wie die Billigfluggesellschaften Ryanair (98,4%) und Easyjet (87,3%) weigern sich meistens, die Passagiere zu entschädigen. Bei Tunisair, der spanischen Vueling oder Bulgaria Air stehen die Chancen, dass auf Anhieb Geld überwiesen wird, bei nahezu Null.

Swiss verbessert sich

Die Swiss habe sich im Vergleich zum Vorjahr zwar verbessert, lehne aber immer noch gut 61 Prozent der legitim gestellten Anträge auf Entschädigung ab, heisst es weiter. Wie die Swiss schneidet auch der Ferienflieger Edelweiss (64%) im internationalen Vergleich schlecht ab. Besonders gut liegen dagegen American Airlines (27%) oder Air France (31%) im Rennen.

«Mit der restriktiven Handhabe wollen die Fluggesellschaften die Fluggäste dazu bringen, ihre Forderungen aufzugeben», glaubt Philippe Strässle, Geschäftsleiter von AirHelp Schweiz, laut Mitteilung. Denn oftmals würden es sich die Konsumenten zweimal überlegen, ob sie das Geld mit Nachdruck einfordern und einen Anwalt einschalten sollen.

Fluggesellschaften wehren sich gegen Studie

In einer Stellungnahme wehrt sich Easyjet Switzerland gegen das schlechte Abschneiden im AirHelp-Rating. Die Gesellschaft nehme die Verordnung zu Zahlungen bei Flugverspätungen und -ausfällen sehr ernst und zahle stets Entschädigungen, wenn sie fällig seien. Dafür würden weltweit jährlich «mehrstellige Millionenbeträge» aufgewendet.

Die Kunden sollten Ansprüche direkt der Airline melden, um nicht Geld an Portale wie AirHelp zu verlieren, schreibt Easyjet weiter. Das empfiehlt auch die Swiss. Wenn ein Kunde Anspruch auf eine Entschädigungsleistung habe, dann werde er unbürokratisch entschädigt. Die Swiss nehme die Forderungen der Kunden ernst und prüfe jeden Einzelfall, hiess es weiter.

(SDA)

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