Swiss Life hat «überraschend viel verdient»

Der Lebensversicherer steigert den Reingewinn im ersten Halbjahr um 10 Prozent – allerdings aufgrund eines Einmaleffekts.

Ein Mann verlässt den Swiss Life Versicherungssitz an der Grubenstrasse in Zürich. Foto: Keystone/Christian Merz

Ein Mann verlässt den Swiss Life Versicherungssitz an der Grubenstrasse in Zürich. Foto: Keystone/Christian Merz

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Die Swiss Life hat im ersten Halbjahr überraschend viel verdient. Vor allem der Ausbau des Gebührengeschäfts und ein steuerlicher Einmaleffekt sorgten dafür. Das Prämienvolumen im Vorsorgegeschäft schwoll nach dem Rückzieher des Kontrahenten Axa erwartungsgemäss stark an.

Den Betriebsgewinn steigerte der Lebensversicherer, der auch in der Finanzberatung und in der Vermögensverwaltung stark vertreten ist, um 6 Prozent auf 846 Millionen Franken. Der Reingewinn erhöhte sich laut Mitteilung vom Dienstag um 10 Prozent auf 617 Millionen.

Damit hat Swiss Life besser abgeschnitten als von Bankanalysten erwartet. Diese hatten im Vorfeld der Zahlenpublikation im Durchschnitt mit einem Betriebsgewinn in Höhe von 828 Millionen Franken und einem Reingewinn von 610 Millionen gerechnet.

Im Gewinn kam der Swiss Life ein einmaliger positiver Effekt in Höhe von 30 Millionen Franken im Rahmen der Umsetzung der Schweizer Steuerreform in einigen Kantonen zugute. Die bereinigte Eigenkapitalrendite stieg gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 11,4 Prozent und liegt damit über dem anvisierten Zielbereich von 8 bis 10 Prozent.

Wachstum nach Axa-Rückzug

Der erwartete Wachstumssprung gelang beim Volumen: Insgesamt nahm die Gruppe von Januar bis Juni Prämien von 14,1 Milliarden Franken ein. Das ist bereinigt um Währungseffekte ein Drittel mehr als noch vor Jahresfrist. Markant war das Wachstum dabei in der Schweiz.

Der Grund für die auffällige Zunahme: Anfang Jahr stieg der nach der Swiss Life zweitgrösste Anbieter von Vollversicherungen in der beruflichen Vorsorge (BVG), die Axa, aus. Viele Axa-Kunden wechselten zur Swiss Life. Die Vollversicherung ist besonders bei KMU sehr beliebt, da das Angebot den Firmen einen Rundumschutz in Vorsorgefragen bietet.

Das diesjährige Wachstum hat allerdings einmaligen Charakter. «Wir gehen davon aus, dass sich das Volumen der Einmaleinlagen im nächsten Jahr wieder normalisieren wird», hielt Swiss-Life-Chef Patrick Frost zur Entwicklung im BVG-Geschäft in der Mitteilung fest.

Gebührengeschäft weiter ausgebaut

Grundsätzlich setzt die Swiss Life seit Jahren verstärkt auf den Ausbau jenes Geschäfts, welches Gebühren einbringt. Damit will man etwa die Abhängigkeit von den Entwicklungen an den Finanzmärkten mit den derzeit rekordtiefen Zinsen reduzieren.

Die in der Finanzberatung, der Vermögensverwaltung sowie mit dem Verkauf von anlagegebundenen Lebensversicherungen eingenommenen Gebühreneinnahmen wuchsen im ersten Halbjahr auf 876 Millionen Franken an. Währungsbereinigt nahmen sie um 13 Prozent zu. Im sogenannten Fee-Geschäft erhöhte sich das Ergebnis damit um 7 Prozent auf 260 Millionen.

Zum Wachstum hätten sowohl Swiss Life Asset Managers wie auch die eigenen Beraterkanäle beigetragen, hiess es. Im Anlagegeschäft mit Drittkunden sind der Vermögensverwaltung netto Neugelder in Höhe von 6,2 Milliarden Franken zugeflossen, womit sich die verwalteten Vermögen seit Jahresbeginn um 12 Prozent auf 79,5 Milliarden erhöhten. Einen Beitrag dazu leistete auch die Akquisition des deutschen Immobilienverwalters Beos.

Swiss Life sei gut in das neue Unternehmensprogramm «Swiss Life 2021» gestartet und habe die positive Entwicklung der letzten Jahre auch im ersten Halbjahr 2019 fortsetzen können, kommentierte Frost die erzielten Ergebnisse. Für die weitere Geschäftsentwicklung zeigte er sich an einer Telefonkonferenz zuversichtlich.

Dabei kann sich der Konzern auf eine solide Kapitaldecke stützen, die die Bilanz vor stärkeren Verwerfungen an den Finanzmärkten schützt. Die Swiss Life geht davon aus, dass die Kapitalquote im Rahmen des Swiss Solvency Tests (SST) per Ende Juni mit rund 200 Prozent über dem Zielbereich von 140 bis 190 Prozent liegt. (sda)

Erstellt: 13.08.2019, 08:42 Uhr

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