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Swiss Re mit Gewinnknick

Ein schlechtes Jahr für den Rückversicherer Swiss Re: Der Reingewinn sank 2014 um fast eine Milliarde Dollar. Schuld sind Verluste in zwei Geschäftsbereichen.

Das Ergebnis des Lebens- und Krankenrückversicherungsgeschäfts wurde durch die Auflösung einer Anlagefinanzierungsstruktur beeinflusst: Swiss-Re-CEO Michel Lies bei einer Medienkonferenz in Zürich. (21.02.2013)
Das Ergebnis des Lebens- und Krankenrückversicherungsgeschäfts wurde durch die Auflösung einer Anlagefinanzierungsstruktur beeinflusst: Swiss-Re-CEO Michel Lies bei einer Medienkonferenz in Zürich. (21.02.2013)
Walter Bieri, Keystone

Der Rückversicherer Swiss Re hat im vergangenen Jahr einen Gewinnknick erlitten. Der Ausstieg aus Verlustgeschäften riss ein Loch in die Kasse. Unter dem Strich ging der Reingewinn von 4,4 Milliarden auf 3,5 Milliarden Dollar zurück.

Der Rückgang sei hauptsächlich auf die Restrukturierung des problematischen US-Lebengeschäfts aus der Zeit vor 2004 zurückzuführen, teilte der zweitgrösste Rückversicherer der Welt mit. Die Restrukturierung sorgte für Einmalkosten von 623 Millionen Dollar.

Noch lange ein Klotz am Bein gewesen

Damit werde sich die Ausgangslage für künftige Gewinne deutlich verbessern, erklärte Konzernchef Michel Liès auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Denn dieses Geschäft habe für Verluste von 130 Millionen Dollar im Jahr gesorgt. Mit einer Durchschnittsdauer von 13 Jahren wäre es noch lange ein Klotz am Bein gewesen.

Zudem habe die Swiss Re eine Anlagefinanzierungsstruktur aufgelöst, was eine Belastung von 344 Millionen Dollar einbrockte. Dies riss das Ergebnis des Leben- und Krankenrückversicherungsgeschäfts in die Tiefe, das in der Folge einen Verlust von 462 Millionen Dollar hinnehmen musste nach einem Gewinn von 420 Millionen Dollar im Vorjahr.

Auch bei der Admin Re, der Sparte für die Abwicklung geschlossener Lebens- und Krankenversicherungsportefeuilles, sackte der Gewinn von 423 Millionen auf 34 Millionen Dollar ab. Hier schlug ein Verlust von 203 Millionen Dollar aus dem Verkauf der US-Tochtergesellschaft Aurora National Life Assurance zu Buche. Mit dem Verkauf im Oktober wollte sich die Swiss Re aus dem US-Markt zurückziehen.

Mehr Gewinn in Sachrückversicherung

Dagegen konnte die grösste Sparte, die Rückversicherung von Schaden- und Haftpflichtgeschäften, den Gewinn um 10,4 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar steigern. Dies sei vor allem der geringen Schadenbelastung durch Naturkatastrophen sowie Auflösungen von Rückstellungen früherer Jahre zu verdanken, hiess es weiter.

Die Schäden durch Naturkatastrophen und von Menschen verursachte Grossunglücke beliefen sich 2014 auf 661 Millionen Dollar. Im Vorjahr waren sie mit 1,4 Milliarden Dollar noch mehr als doppelt so hoch gewesen. Für die grösste Belastung im 2014 sorgten ein Schneesturm in Japan (0,2 Milliarden Dollar) und Hagelunwetter in Europa (0,1 Milliarden Dollar).

Zudem profitierte der Reingewinn der Swiss Re von Reserveauflösungen von 614 Millionen Dollar, wie Liès erklärte. Die Auflösungen seien aber deutlich geringer als die 1,08 Milliarden Dollar im Jahr 2013.

Erwartungen verfehlt

Auch die Firmenversicherungssparte verdiente mit 319 Millionen Dollar. Das sind 14,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt konnte die Swiss Re ihre Prämienvolumen um 8,4 Prozent auf 31,3 Milliarden Dollar steigern. Das Verhältnis von Schadenleistungen und administrativem Aufwand zum Prämienvolumen (Combined Ratio) verbesserte sich von 85,7 auf 85,4 Prozent. Unter 100 Prozent ist das Geschäft versicherungstechnisch profitabel.

Damit hat die Swiss Re die Erwartungen der Finanzgemeinde nicht erfüllt. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit etwas mehr Gewinn und einer besseren Combined Ratio gerechnet. Die Aktie legte dennoch bis gegen 14.50 Uhr um 0,8 Prozent zu.

Aktienrückkaufprogramm gestartet

Denn der Konzern will die Anleger beglücken. Aufgrund des Geschäftsergebnisses und der guten Kapitalausstattung der Gruppe soll eine ordentliche Dividende und eine Sonderdividende von insgesamt 7,25 Franken je Aktie ausgeschüttet werden, was zwar weniger ist als die letztjährigen 8,00 Franken je Titel. Dazu kommt aber ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1 Milliarden Franken, das die Swiss Re starten will. Damit fliessen insgesamt 3,5 Milliarden Franken an die Aktionäre.

Die Swiss Re sei weiterhin auf Kurs, ihre Finanzziele 2011 bis 2015 zu erreichen, hiess es. Das Ergebnis je Aktie belief sich 2014 auf 10,23 Dollar und liege damit über den für das Geschäftsjahr angestrebten 8,80 Dollar.

Zudem steckt sich die Swiss Re neue Finanzziele für die Zeit ab 2016. Über den Versicherungszyklus hinweg werde eine Rendite angestrebt, die um 7 Prozentpunkte über der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liege.

SDA/rsz

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