Swiss reagiert auf Seco-Rüge

Die Airline gibt Flugpreise in der Währung des Abflugorts an. Das ist illegal. Nun muss sie auf Druck des Staatssekretariats für Wirtschaft ihre Website anpassen.

Transparenz auch bei den Preisen: Swiss-Maschine bei Reinigungsarbeiten am Zürcher Flughafen. Foto: Keystone

Transparenz auch bei den Preisen: Swiss-Maschine bei Reinigungsarbeiten am Zürcher Flughafen. Foto: Keystone

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Mit dem Zug nach Italien, mit dem Schiff weiter nach Griechenland und mit dem Flugzeug zurück nach Zürich: Der moderne Tourist will bei der Wahl seiner Transportmittel flexibel sein. Das hat auch die Swiss erkannt. Seit zwei Jahren verkauft sie One-Way-Tickets zu tiefen Preisen, nachdem diese vorher unverhältnismässig teuer gewesen waren.

Doch dabei verstösst die Swiss gegen die Preisbekanntgabeverordnung. Das Gesetz gilt für alle Unternehmen, die sich mit ihren Angeboten offensichtlich an Schweizer Kunden wenden. Es verlangt, dass die Preise zwingend in Franken angegeben werden müssen. Die Swiss hingegen benützt die jeweilige Währung des Abflugorts. Bei einem Flug von Athen nach Zürich etwa Euro. Die Begründung: Massgebend sei das Land, aus dem abgeflogen werde.

Neue Software installiert

Diese Einschätzung teilte das Staats­sekretariat für Wirtschaft (Seco) allerdings nicht. Es intervenierte letzten Herbst bei der Swiss, wie damals die «Basler Zeitung» publik machte. Die Behörde verlangte, dass die Fluggesellschaft das Gesetz einhält. Jetzt reagiert diese und passt ihre Website an. Konkret versetzt sie den Währungsumrechner, der bislang bei Zahlung mit Kreditkarte beim letzten Buchungsschritt angezeigt wird, nach vorne zur Preisübersicht.

Die Anpassung habe bis jetzt noch nicht vorgenommen werden können, weil die Swiss gerade mitten in der Einführung eines neuen Reservations-, Inventar- und Abflugkontrollsystems stecke, sagt Sprecher Florian Flämig. Im Januar wurde die erste Tranche der Daten auf die neue Plattform übertragen, nun werden weitere Systeme migriert. Änderungen wie eben das Versetzen des Währungsumrechners seien ab einem gewissen Zeitpunkt vor der Migration nicht mehr möglich gewesen.

Christoph Hugenschmidt, Chefredaktor des Onlinemagazins «Inside-IT», kann diese Begründung zwar nachvollziehen: «Die Swiss hat ihre Kernsoftware komplett ausgetauscht, das ist ein sehr komplexer Vorgang. Es ist verständlich, dass sie während dieser Übergangszeit nicht ins System eingreifen will.» Ob die Anpassung vor der grossen Datenmigration im Januar indes tatsächlich unmöglich war, ist laut Hugenschmidt fraglich.

Das Amt ist zufrieden

Das Seco wiederum weist darauf hin, dass die endgültige Vereinbarung mit der Swiss erst im April dieses Jahres getroffen worden sei, also nach der grossen Datenmigration. Mit der von der Airline präsentierten Lösung ist das Amt zufrieden: «Die Swiss hat, was die Preistransparenz angeht, mit dem Währungsumrechner ihre Pflicht erfüllt», sagt Sprecher Fabian Maienfisch.

Die Swiss ist übrigens nicht der einzige Konzern, der vom Seco wegen fehlender Preistransparenz angegangen worden ist. «Wir haben zunehmend Fälle, bei denen Verstösse gegen das Gesetz festgestellt werden», sagt Maienfisch. Immer öfter handle es sich dabei um ausländische Onlinehändler mit einer .ch-Domain, etwa Reiseanbieter oder Detailhändler, die sich der hiesigen Gesetzeslage nicht bewusst seien. «Wir machen diese Unternehmen auf die Verordnung aufmerksam. In der Regel werden unsere Forderungen umgesetzt», so Maienfisch.

Kein Wunder: Bei Widerhandlungen gegen das Gesetz droht eine Busse von bis zu 20'000 Franken. Es kam laut Maienfisch auch schon vor, dass die Betreiber einer fehlbaren Website nicht kontaktiert werden konnten, weil sie keine Korrespondenzadresse in der Schweiz hatten. In solchen Fällen lässt das Seco die Seite sperren.

Erstellt: 12.05.2016, 20:57 Uhr

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