Swissair-Rentner schwimmen im Geld

Die Pensionskasse der ehemaligen Swissair hat immer weniger Rentner und viel Kapital. Der letzte Bezüger könnte noch 400 Millionen Franken erhalten.

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Als die Swissair im Jahr 2001 groundete, verloren viele Beteiligte eine Menge Geld. Jetzt aber können sich die Rentner der Allgemeinen Pensionskasse der SAirGroup (APK) die Hände reiben: Im Juni 2017 bekamen sie zusätzlich zur normalen Jahresrente bis zu 16'450 Franken ausbezahlt, wie der «Blick» schreibt. Im Jahr zuvor hätten Rentner bereits einen Zustupf von bis zu 7050 Franken erhalten.

Diese stolze Summe ist möglich, weil die APK eine reine Rentenkasse ohne Erwerbstätige ist. Es kommen keine neuen Pensionäre mehr hinzu, die Swissair ist seit 17 Jahren Geschichte. So bleibt viel Vermögen, zurzeit sind es 1,7 Milliarden Franken, auf immer weniger Rentner zu verteilen.

Wie im Bericht kalkuliert wird, dürfte es im Jahr 2073 nur noch einen APK-Rentner geben. Der vergleichsweise lange Zeitraum sei auf die Tatsache zurückzuführen, dass bei der Kasse auch Invalide und Hinterbliebene versichert sind, die in jungen Jahren bereits Renten bezogen. Dem letzten Pensionskassen-Bezüger würden bei gleichbleibenden Auszahlungen noch 24,4 Prozent des heutigen Kapitals – satte 400 Millionen Franken – bleiben. Darum baut die APK ihr Vermögen mittels Zuschüssen an die Rentner ab. Der heutige Deckungsgrad beträgt 124,4 Prozent.

Rentengelder vor Gläubigern geschützt

Die APK wurde nach dem Grounding der Swissair im Jahr 2001 gegründet. In einer Teilliquidation wurde sie aus der SAirGroup herausgelöst. Die Rentengelder waren gesetzlich geschützt und somit nicht Teil der Konkursmasse.

Die Swissair musste damals rund 10 Milliarden Franken an 10'000 Gläubiger abschreiben, 63'000 Aktionäre verloren ihren Einsatz an den Börsen. (kaf)

Erstellt: 13.02.2018, 09:59 Uhr

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